Zwischen Kaimanen, Piranhas und Anakondas

Von den eisigen Höhen der Anden sollte uns diese Tour in das grüne Dschungelherz Boliviens führen. Um jedoch dorthin zu gelangen bedurfte es einer 24-stündigen, nervenaufreibenden Busfahrt über die Todesstraße Südamerikas. Die Schotterpiste war etwas breiter als der Bus, so dass wir bei jedem entgegenkommenden Fahrzeug eine halbe Radbreite über dem tiefen Abgrund hingen. Obwohl wir schon nicht mehr dran glaubten, erreichten wir am nächsten Tag Rurrenabaque, den Ausgangspunkt unseres Dschungelabenteuers. Von dort ging es mit dem Jeep 3 h durch die karge Pampa, bis wir den Fluss erreichten. Unser Führer, Spitzname Rambo, chauffierte uns von dort in einem Kanu in das „Herz der Finsternis“. Vom Flussufer bestaunten uns unzählige Kaimane, Wasserschweine, Vögel, Schildkröten und Affen. Wir staunten kräftig zurück und schossen fleißig unzählige Fotos.

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Einige Amazonasdelfine umschwammen auch unser Boot, jedoch waren diese im braunen Wasser kaum zu erkennen. Irgendwann war auch das letzte Tier geknipst und wir erreichten unsere spartanische Hütte am Flussufer.

Mit feuchtfröhlichem Kartenspiel beendeten wir den aufregenden Tag zusammen mit unserer lustigen Reisetruppe.

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Der erste Teil des nächsten Tages widmete sich der Anakondajagd. Dafür stapften wir, NICHT mit Gummistiefeln ausgestattet, durch die matschige Pampa, während Rambo links und rechts in den Busch verschwand, um eine Schlange aufzustöbern. Nachdem zwei Stunden später die Motivation langsam sank, kam Rambo letztendlich doch mit einer 1,50 m langen Würgeschlange aus dem Unterholz. Jeder durfte mal anfassen und fotografieren, bevor wir die Schlange wieder in die Freiheit ließen.

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Am Nachmittag erwartete uns das nächste Abenteuer: Schwimmen mit den pinken Amazonasdelfinen. Von diesen sah man, wie bereits erwähnt, in dem braunen Wasser leider nicht viel. Nur ab und zu spürte man sie an einem vorbeihuschen, während sie mit unserer Plastikflasche spielten. Das Gefühl das Wasser mit ausgewachsenen Kaimanen und Piranhas zu teilen, war allerdings schon aufregend genug.

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Das Highlight des letzten Tages war das Piranha-Fischen, wobei sich unser Anglerglück nur auf Baby-Exemplare beschränkte.
Dann hieß es schon wieder Abschied nehmen, von den unzähligen Tieren und nach weiteren 24 h Fahrt, inklusive kurzzeitiger Evakuierung des Busses, nachdem wir von der Straße abgedrängt wurden, erreichten wir das sichere La Paz.

Bolivien-69Unseren Abschied von Bolivien krönten wir mit einer weiteren Tour, der Durchquerung der Salzwüste Uyuni bis nach Chile.