Ziegenmelken und Haushüten

Nachdem wir ja unsere erste Ziegenfarm etwas übereilt verlassen hatten, wollten wir es noch einmal bei einer anderen probieren. Und so besuchten wir diesmal eine liebe französische Familie bei Dipton, tief im Süden der Südinsel. Die Stimmung war hier viel relaxter und der Käse noch leckerer. Die Arbeit war okay, jedoch machte uns vor allem das Ziegenmelken großen Spaß. Aber es zeigte sich auch wieder, wie viel Verantwortung und Arbeit hinter der Romantik der eigenen kleinen Farm steckt.

Neuseeland-207

Mit unserer Gastmama machten wir einen kurzen Abstecher nach Dunedin, dem Edinburgh von Neuseeland. Leider hielt die Stadt nicht ganz unsere Erwartungen stand, auch wenn die Zugstation recht hübsch aussah. Und dann war die zweite Ziegenwoche auch schon wieder vorbei.

Neuseeland-225Auf unserer Fahrt zurück nach Greymouth machten wir dann noch Halt in Wanaka, einer unserer anvisierten Überwinterung-im-Ski-Resort-Arbeitsstädte. Dort kauften wir dann auch endlich eine Mausefalle, nachdem wir nun schon seit Wochen einen kleinen Mitbewohner im Van hatten, der es besonders auf Schokolade und Anzac-Kekse abgesehen hatte. Zum Abschied lief die kleine mitten in der Nacht noch über unsere Arme, was bei Franka einen panischen Schrei auslöste. Dieser riss nicht nur mich aus meinen Träumen, sondern ließ auch die arme kleine Maus schnurstracks in die Falle laufen.
Leider erlaubte das immer schlechter werdende Wetter keine größeren Wandertouren mehr und so entschlossen wir uns, verfrüht nach Greymouth zurückzukehren. Nachdem es uns dort in unserer ersten Woche beim Wwoofing so gut gefallen hatte, bekamen wir drei Wochen Haussitting, d.h. Aufs-Haus-und-Hund-Aufpassen, angeboten. Und diese Chance hatten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so nahmen wir die 500 km Rückfahrt gern in Kauf. Leider waren wir dann vor Ort doch nicht so oft alleine wie gehofft, da die Hausherren mehr da waren als weg, doch zumindest eröffnete sich uns so die Chance, etwas Geld bei Gartenarbeit zu verdienen.
Neuseeland-226Unser Hausherr, ein Goldgräber, konnte uns somit die Vorgänge des Goldwaschens und Goldschmelzens zeigen. Der 12jährige Sohn ist, wie wahrscheinlich international verbreitet, ein großer Soldaten-Fan und so sah man ihn des Öfteren mit Tarnkleidung und Tarnfarbe bemalt um das Haus herumspringen. Jedoch immer mit Peace-Zeichen 😉

Neuseeland-220
Die nun knappere Freizeit nutzten wir so gut es ging für Geocachen, Bodyboarding, Angeln, Bogenschießen, Fahrradfahren, Pilze sammeln und Chillen. Aber nur, nachdem wir natürlich erst mal mehrere Stunden vor dem Rechnern mit Bilder aussuchen, Berichte schreiben und Webseiten-Tuning verbracht hatten.