Endlich Ziegenkäse und eine richtige Alpinwanderung

Wochenlang hatte Franka schon davon geträumt: Ziegenkäse! Da jegliche Molkereiprodukte in Neuseeland unerschwinglich teuer sind (die meiste einheimische Milch geht ins Ausland), musste meine Kleine immer mit traurigen Augen an der Käsetheke im Supermarkt vorbeigehen.Doch nun waren wir direkt beim Erzeuger! Das Haus war wieder schön gelegen,das Essen lecker, und die Aufgaben einfach: Stechginster schneiden. Dieses wunderschöne Gewächs ist nämlich, wie vieles in Neuseeland, von Europäern eingeschleppt wurden und verbreitete sich aufgrund fehlender Konkurrenz rasend schnell im ganzen Land. Doch dank unseres unermüdlichen Einsatzes sind nun ca. 50 qm von Neuseelands Erde von diesem Ungetüm verfreit. Außerdem halfen wir beim Ziegenfüttern und -melken mit und lernten einiges über die heimische Käseproduktion. Einfacher als gedacht.

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Leider waren wir mitten in einen Ehekrach geraten und die Stimmung beim gemeinsamen
Abendessen sank täglich. Und nicht nur der Haussegen allein hing schief, sondern auch etwas Schmerzvolleres. So hatte unser Hausherr einen Bullen zur Begattung seiner Kühe „bestellt“, doch dieser war die hügelige Landschaft nicht gewohnt. Und so geschah es bei fröhlichem Akt im hügeligen Gebiet, dass eine Kuh wohl nicht so wollte und bei abruptem Abbruch des Aktes auch die Manneskraft des Bullen brach. So entschieden wir uns zu einer verfrühten Abreise und nutzten das tolle Wetter für unsere erste Ganztages-Wanderung.
Diese führte uns durch den nördlichen, weniger touristischen, Teil des Abel Tasman Nationalparks. Die wilde Küstenlandschaft war ein Augenschmaus, doch das Highlight der Wanderung waren die Robben, die zu dieser Zeit ihren Jungen aufzogen. Nichtsdestotrotz konnten wir ganz nah heran, da sie keine Angst vor uns hatten. Wir fühlten uns wie echte Naturforscher, als wir uns mit unseren Kameras langsam herantasteten. Nach dieser Wanderung waren wir dann gleich heiß auf die nächste.

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Diese sollte zum Engelssee in den Bergen des Nelson-Lakes-Nationalparks gehen und drei Tage dauern. So schnürten wir unsere Rucksäcke und auf ging es in die Wildnis. Auf der Hälfte des ersten Tagesmarsches sollte dann ein Fluss überquert werden, der aber leider noch Hochwasser führte. Als mich die Strömung fast samt Rucksack von den Beinen gerissen hatte, gaben wir auf und nahmen den dreistündigen Umweg zu einer Hängebrücke gern in Kauf. Die Landschaft war schlichtweg atemberaubend, der Aufstieg zum See am zweiten Tag aber auch. Es ging ca. 1000 Höhenmeter nach oben, teilweise über Geröllfelder und Gebirgsbäche. Doch der Lohn der Mühe war ein glasklarer Bergsee und ein fantastischer Blick auf die umliegenden Bergketten. Der Rückweg am dritten Tag führte uns dann über einen schroffen Grad langsam ins Tal hinab. Alles in allem ein echtes Abenteuer.

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Dann nahte unser nächster Wwoofing-Termin an der Westküste und wir machten uns auf den Weg nach Greymouth.