Wilde Küste und blaue Gletscher

Auf dem Weg in den Süden erwarten uns aber noch einige spannende Zwischenstationen. Als erstes machten wir halt an den Pancake-Rocks, Kalkstein-Formationen, die durch Erosion die Form von übereinander gestapelten Eierkuchen angenommen haben. Außerdem gab es ein sogenanntes Blow-Hole zu bewundern, also ein Loch im Felsen, durch welches das Wasser der Wellen bei entsprechender Stärke nach oben schießt und wie ein Geysir sprüht. Bei uns reichten die recht beeindruckenden Wellen der Tasmanische See aber leider nur für ein paar kleinere Spucker.
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Dafür sahen wir am Abend den wohl beeindruckendsten Sonnenuntergang unseres Lebens an. Für ungefähr eine halbe Stunde erstrahlte der Himmel in allen erdenklichen Farben und wir standen mit offen Mündern da und staunten nur. Unvergesslich.

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Ebenfalls in tief in unser Gedächtnis eingebrannt haben sich die drei darauffolgenden Tage. Denn diese nutzten wir für den Inland-Pack-Track im Paparoa National Park, eine Wanderung auf einem alten Goldgräberpfad, der es in sich hatte. Vor allem der zweite Tag war interessant, an dem wandernden wir nämlich fast ausschließlich in einem Flussbett und es war immer wieder notwendig, eine gute Furtstelle zu finden. Man war umgeben von steilen Kalksteinwänden und grünem Urwald und dank der Sonne ließen sich die immerkalten Füsse auch aushalten. Die letzte Nacht des Trips verbrachten wir dann in der wohl größten Boofe der Welt, dem „Ball Room Overhang“ und genossen unser Abendessen bei einem schönen Lagerfeuer. Leider gestaltet sich die Nacht dann etwas unentspannt, da sich eine Maus in unser Zelt geknabbert hatte.

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Als Abschluss unserer Küstentour besuchten wir dann noch die wohl berühmtesten Gletscher Neuseelands, den Franz-Joseph– und Fox-Gletscher. Diese beiden Eisriesen sind vor allem deshalb so  beeindruckend, da sie von ihrem ca. 3000 m hohen Ursprung sehr rapide auf beinahe Meereshöhe abfallen und deshalb auch ein hohe Fließgeschwindigkeit haben. Zusätzlich stürzen noch unzählige Wasserfälle am Rand des Gletschertals hinab und werten das ganze Szenario nochmals auf. Leider war das Wetter am Fox-Gletscher dann nicht mehr so strahlend, doch der nahe gelegene Matheson-See machte dieses Manko schnell wieder wett.

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Denn nicht umsonst ist dieser See das wohl meistfotografierteste Motiv in Neuseeland. Dies liegt vor allem an der fantastischen, manchmal glasklaren Spiegelung des Mt. Cook, dem höchsten Berg Neuseelands, im Seewasser. Wir mussten auf dieses Schauspiel zwar eine geschlagene Stunde, mit vielen Mücken, warten, doch wie die Bilder zeigen, hatte es sich gelohnt.

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Leider bekamen wir auch diese Nacht kein Auge zu, da sich ca. 100 Mücken (ungelogen) in unserem Van einschlichen. Nur das bisher ungenutzte Moskitonetz rettete uns vor der totalen Aussaugung, so dass wir nicht wie einige Autonachbarn mitten in der Nach die schnelle Flucht ergreifen mussten. Dann wurde es aber auch langsam Zeit für ein richtiges Zuhause und wir fuhren nach Greymouth zum Wwoofen.