Vom Großstadtlärm zur Strandidylle

Unsere gemeinsame Zeit in Indien begann mit meiner Ankunft in Mumbai (Bombay) Mitte September 2005. Ich wurde von einer wunderschönen Prinzessin aus 1001er Nacht vom Flughafen abgeholt und mitten in die wohl lebendigste Metropole Indiens hinein chauffiert. Franka hatte ein kleines Hotelzimmer im Zentrum gemietet und ich versuchte langsam mit dem Klima und dem Kulturschock zurechtzukommen. Nachdem wir zumindest einen kleinen Teil von Mumbai erkundet hatten, ging es weiter zu Frankas Universität in Pune.
Nach einem Monat Großstadtleben in Pune (ca. 4 Mio. Einwohner), hatte Franka endlich alle nötigen Scheine und Hausarbeiten fertig, um zumindest offiziell ein komplettes Auslandssemester absolviert zu haben. Nun war es endlich Zeit, dem städtischen Smog, Lärm und Dreck zu entfliehen, und die unglaubliche Vielfalt Indiens kennen zu lernen.

Warten auf den Zug - mal wieder 3 h Verspätung!

Unser erstes Ziel war Goa, eine ehemalige portugiesische Provinz, die heutzutage vor allem für seine Strände und Partys bekannt ist. Wir suchten uns ein kleines Zimmer im etwas weniger touristischen Anjuna und genossen erst mal das Strandleben, mit heiligen Kühen. Außerdem mieteten wir ein Moped und machten damit die indischen Straßen noch etwas unsicherer. Vor allem das alte Goa und die vom Tourismus noch unberührten Fischerdörfer waren echte Highlights unseres Roadtrips.

Fischermann

Unseren ersten Reisestress hatten wir dann mit dem Versuch, mit dem Zug weiter in den Süden, nach Gokarna, zu fahren. Nachdem wir schon einiges an Nerven in einer indischen Post gelassen hatten, schickte uns nun ein Zugbegleiter in den falschen Zug, in Richtung Norden. Als wir dies festgestellt hatten, stiegen wir dann, ca. zwei Stunden später, an der nächsten Haltestelle aus, um dort wiederum drei Stunden auf eine Rückfahrt zu warten. Zurück am Ausgangsbahnhof, kauften wir uns noch mal neue Tickets und warteten bis ca. Mitternacht auf den nächsten Zug.

War wohl doch mehr als 3 Stunden Verspätung! Zum Haareraufen!

Als wir dann endlich im richtigen Zug saßen und dachten, es sei geschafft, machte uns ein Schaffner darauf aufmerksam, dass wir nur Tickets für die dritte Klasse haben und uns dementsprechend dorthin zu begeben haben. Die dritte Klasse in indischen Zügen entspricht wirklich dem Klischee, welches sich die meisten von euch wohl gerade vor Augen führen: unglaublich viele Menschen, Tiere, Kisten, Koffer, etc. auf unglaublich wenige Raum. Zum Glück war unsere Kraft schon so verbraucht, dass wir nur noch apathisch vor uns hindösten. Doch wir kamen an, und Gorkarna stellte sich als noch schöner als Goa heraus.

Yippy, ab ins Wasser!

Und ihr findet ihr alle Fotos zu diesem Bericht: Von Goa bis Gorkarna

Nur ein Bootsunfall, den wir glücklicherweise heil überstanden, verdarb uns etwas die „Urlaubsstimmung“ und wir entschlossen uns, das Meer vorerst zu meiden und gingen ins Landesinnere.