Große Seen und der Yosemite Nationalpark

Als Kontrastprogramm zum lebendigen Las Vegas, fuhren wir als nächstes zum Death Valley. Am kommenden Tag passierten wir dann den tiefsten Punkt der USA und waren damit unter dem Meeresspiegelniveau. Die Temperaturen von über 40 Grad hielten uns von weiteren Erkundungen in dieser Todeszone ab, und wir fuhren weiter. Das nächste grosse Ziel hiess Yosemite-Nationalpark. Auf dem Weg dorthin schauten wir noch bei den Mammoth-Lakes vorbei. Eingebettet zwischen teilweise noch schneebedeckten Bergen, lagen diese Seen in einer fantastischen alpinen Landschaft. Und es war herrlich kühl: 28 Grad Celsius. Danach ging es noch zum Mono-Lake, einem Salzwassersee mit bizarren Kalksteinformationen, die durch die Reaktion von süssem Quellwasser mit dem Salzwasser des Sees entstanden und nun durch den Rückgang des Wasserspiegels freigelegt waren.

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Dann war es endlich soweit, wir fuhren hinauf zum 3.000 m hohen Tioga-Pass, dem östlichen Eingang des Yosemite-Nationalparks. Im Visitorcenter informierten wir uns gleich über Möglichkeiten für Mehrtageswanderungen, planten unseren Tripp und dann war es schon Zeit fürs Bettchen im Auto. Am kommenden Morgen holten wir uns noch schnell unsere Wandererlaubnis und 2 Bärenkanister. Diese Plastikboxen waren nötig, da Schwarzbären gern das Essen aus den Zelten klauen und wenn nötig dabei nicht allzu viel Rücksicht auf die Besitzer nehmen. Dann ging es los und das GPS führte uns erstmal in eine weglose Wildnis. Das hatte aber den Vorteil, dass wir gleich mal unsere ersten Tiere trafen: drei Rehböcke, die eine kurze Strecke entspannt vor uns herliefen. Wieder auf dem Weg angekommen, ging es eine Weile am noch ruhigen Tuolumne-River entlang, der sich aber bald in einen reissenden Fluss mit dröhnenden Stromschnellen und Wasserfällen verwandelte.

USA-39Der Trail schlängelte sich immer nahe dem Fluss entlang und es ging fleissig hoch und runter. An unserem ersten Abend in der Wildnis regnete es zum ersten Mal während unseres USA Trips und wir tanzten gleich mal vor Freude. Nach einem überaus kalten Bad im Fluss und einem kleinen Feuerchen im Regen ging es dann ins Bett.

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Am kommenden Tag galt es, einige Kilometer zu machen, da uns am letzten Tag noch ein 1.100 Meter Anstieg bevorstand. So machten wir uns zeitig auf den Weg. Nach etwa einer Stunde Wandern, trafen wir auf eine Truppe Jungs, die uns vor Klapperschlangen auf dem Weg warnten. Klapperschlangen?!?! Im Visitor-Center wurde uns zwar alles über Bären erzählt, aber Klapperschlangen wurden nicht erwähnt. Naja, half ja nix. Also weiter. Kurz darauf war es auch schon soweit: unsere erste Klapperschlange lag auf dem Weg. Zum Glück hatte sie genauso viel Respekt vor uns wie wir vor ihr und verzog sich unter einem Stein. Aber das Herzel schlug da schon mal etwas schneller. Fotoprofi Franka holte auch blitzschnell die Kamera raus, um noch ein Filmchen zu drehen. Von Angst keine Spur!

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Nach ein paar weiteren Stunden war die Klapperschlange fast vergessen, als plötzlich neben meinem Fuss etwas zur Seite schoss. Ich blieb wie angewurzelt stehen und sah, wie eine Klapperschlange etwas angepisst am Wegrand züngelte. Das war knapp! Mit einem Puls bei 180 und genug Adrenalin für die nächsten 2 Wochen ging es etwas vorsichtiger weiter. Gegen Ende des Tages verliessen wir den Fluss und begann schon die ersten Höhenmeter zu erklimmen. Der Lohn für unsere Mühen war ein herrlicher Camping-Spot auf einem Plateau mit genialem Blick auf den Fluss und einen Stausee. Am letzten Tag der Wanderung mussten wir nur noch vier Stunden laufen und trampten dann mit einer supernetten koreanischen Familie zu unserem Auto zurück. Die Bilanz: 65 km, über 1500 Höhenmeter, vier Klapperschlangen plus zwei unindifizierte Schlangen sowie genug Fotomaterial für mehrere Fotoabende. Am gleichen Tag schauten wir uns noch die gigantischen, bis zu 3.000 Jahre alten Riesenmammutbäume an. Durch einen besonders grossen abgestorbenen Baum konnte man früher sogar mit dem Auto fahren. Wow. Ach ja, und einen kleinen Baeren haben wir dort auch gesehen 😉

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Nicht weniger beeindruckend war am kommenden Tag das Yosemite-Valley, der Hauptort des Nationalparks. Hier bestaunten wir den Yosemite-Wasserfall, der grösste Wasserfall Nordamerikas sowie die berühmte 1.000 Meter Wand des El Capitan, an der sich einige Kletterer versuchten.

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