Ubud, Balis kulturelles Herz

Nach fünf Tagen in Nusa Dua hatten wir genug Kraft getankt, um die Vulkaninsel im Indischen Ozean genauer zu erkunden. Vor ein paar Jahren wären wir dafür als echte Backpacker in den billigsten lokalen Bus gesprungen und hätten uns zwischen Hühner und Schweine gequetscht. Aufgrund der Gepäckmenge sowie der Ruhezeiten unseres Kindes bedurfte es nun einer individuelleren Lösung. Glücklicherweise sind die Taxipreise in Bali ein Lacher und so mieteten wir uns für einen halben Tag einen Privatchauffeur, der uns inklusive zweier Tempelstopps für knapp 17 Euro sicher und angenehm ins kulturelle Herz Balis, nach Ubud, brachte. Hier hatten wir uns in eine kleine aber feine Familienherberge eingemietet. Der Preis für ein wunderschönes Zimmer im Pondok Kutuh Guesthouse inklusive Frühstück: 18 Euro.

Bali 2015 - Blog-023

In den darauf folgenden Tagen tauchten wir ganz in das bunte Treiben des hinduistisch geprägten Balis ein. Los ging es mit mit dem Weltkulturerbe-Tempel Goa Gajah, dessen Name übersetzt „Elefanten-Höhle“ bedeutet. Der Eingang dieses in den Stein gehauenen Gebetsraums wird von einem fein gemeißelten Relief voller mythischer Dämonen umrahmt, was das Eintreten zu einer echten Mutprobe machte. Doch unsere tapfere India ließ sich nicht beeindrucken und spazierte mit dem freudigen Ausruf „HÖHLE“ gleich mal allein hinein. Auch die weiteren Teile der Tempelanlage warteten mit spannender Architektur, kunstvollen Schnitzereien und bunten Farben auf.

Bali 2015 - Blog-024

Bali 2015 - Blog-032

Bali 2015 - Blog-025

Dieser Dreiklang sollte sich auch in den kommenden Tagen fortsetzen, an denen wir weitere Tempel in und um Ubud besichtigten. Besonders der Saraswati-Tempel mit seinem See voller blühender Lotusblüten war ein Augenweide. Doch neben alten Kulturdenkmälern bietet die Umgebung Ubuds auch die Möglichkeit, die Jahrhunderte alten Reisterrassen zu erkunden, die sich an die Talwände des vulkanisch geprägten Inselinneren schmiegen. Dank des Klimas wird der Reis ganzjährig angebaut, sodass man das Getreide in verschiedenen Reifephasen und damit auch in verschiedenen Farben sehen kann – von brauner, unbepflanzter Erde über das saftige Grün der dicht stehenden, jungen Halme bis hin zum Gelbton des erntereifen Reises. Eine Wanderung durch Reisfelder entlang der Campuhan Ridge bei Ubud offenbarte einen ersten Eindruck davon. Dieser beliebte Wanderweg führte uns außerdem zu unserem ersten Geocache in Bali. Da dieser an einem Hotel mit schattigem Pool platziert war, machten wir für India erst einmal eine Schwimmpause. Weiter ging es zu dem leckeren und idyllischen Restaurant Café Kasa. Auf dem Rückweg gönnten wir uns außerdem noch jeder eine einstündige Massage für nicht einmal 7 Euro pro Person. So lässt es sich leben!

Bali 2015 - Blog-034 Bali 2015 - Blog-040

Bali 2015 - Blog-039

Bali 2015 - Blog-037

Doch so schön Tempel, Reisfelder und das Meer auch sind, der beeindruckendste Teil der über 5.500 Quadratkilometer großen Insel sind ihre Bewohner. Zwar trafen wir nur einen Bruchteil der über vier Millionen Balinesen, doch jeder Einzelne war uns gegenüber offen und freundlich. Wohl auch dank India, denn Kinder werden hier noch mit offenen Armen empfangen und es ist nicht selten, dass India in Restaurants vom Personal bespaßt wurde, auch wenn das Interesse vonseiten unserer Tochter meist eher verhalten war. Auch die tief verwurzelte Spiritualität, die sich täglichen Opfergaben und Gebeten, regelmäßigen Besuchen von Tempeln und hauseigenen Schreinen manifestiert, ist ein unvergesslicher Teil eines Bali-Besuchs.

Bali 2015 - Blog-047

Bali 2015 - Blog-057

Bali 2015 - Blog-026

Ein besonders spirituelles Erlebnis war der Besuch des Tirta Empul Tempels, einer von Balis heiligsten und wichtigsten Tempelanlagen.  Im Zentrum der Insel an der Quelle des Flusses Pakrisan gelegen, ist er vor allem wegen des heiligen Quellwassers bekannt. Dieses lockt täglich hunderte bis tausende hinduistische Gläubige an, die im Quellwasser baden, um sich zu reinigen und von Krankheiten und sonstigen Problemen zu befreien. Trotz der vielen Menschen, inklusive Touristen, war die Stimmung sehr entspannt und die Menschen hatten meist ein Lächeln auf den Lippen. Genauso wie die grazilen Nachwuchstänzerinnen, die am Abend im Lotus-Tempel einen traditionellen balinesischen Tanz aufführten.

 

Den Rest der Bilder zu Ubud findet ihr hier: Ubud, das kulturelle Herz Balis