Im Land der guten Hoffnung

Was für ein Wandel. Gerade waren wir noch in der sandigen Einöde der namibischen Skelettküste, jetzt stehen wir inmitten blühender Gärten, umgeben von wolkenumhangenen Bergen. Gleich zu Anfang unseres Südafrika-Aufenthaltes zeigt sich Afrikas Vorzeigestaat von seiner schönsten Seite.
Das letzte Land unserer Afrikatour war gleichzeitig eines der Vielseitigsten. Von europäischer Weinkultur über das pulsierende Kapstadt bis zur wilden Südküste gab es immer wieder Neues zu bestaunen. Dazu super nette Menschen, die wohl schönste Unterkunft unseres Lebens und lecker Essen. Was will man mehr?

Unsere Landeserkundung begann in Stellenbosch, dem mit etwa 120 Weingütern größten Weinanbaugebiet des Landes. Und das will natürlich erkundet werden. Von unserem Hostel, in dessen Garten übrigens neben Blumen auch kräftig Marie und Johanna sprießt, begeben wir uns mit einem Minibus auf große Weintour. Sechs Weingüter gilt es zu besuchen, mit jeweils drei bis vier Verkostungen. Es sollte also ein lustiger Tag werden.

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Neben dem Wein, der teilweise vorzüglich ist, sind es vor allem die wunderschönen Güter, die uns (größtenteils) in Erinnerung bleiben. So wirken die kleinen Städtchen um Stellenbosch und die dazugehörige Landschaft schlicht atemberaubend. Letztlich stellt aber etwas anderes all dies in den Schatten: Das Käsebuffett bei Fairview. Laut unserem Guide ist zwar nur ein einziger Besuch an der kreisförmigen Theke erlaubt, aber nach mehrwöchiger Käseabstinenz ist die Versuchung zu groß: Franka schafft ganze acht Runden. Doch selbst das halbe Kilo Käse im Magen kann die Wirkung des Weins nicht annähernd kompensieren. Entsprechend angetüttelt kommen wir am späten Nachmittag ins Hostel zurück, raffen uns aber noch einmal auf und lassen den Tag in einer nahe gelegenen Bar ausklingen.

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Am kommenden Tag beginnen wir mit einem mittelschweren Kater unsere letzte Fahrt im Gelben Truck. Es geht nach Kapstadt, dem Ziel unserer 72-Tage-Tour. In einem Hostel unterhalb des berühmten Tafelberges verbringen wir die letzten zwei Tage mit unseren Mitreisenden, von denen viele über die vergangenen Wochen zu guten Freunden geworden sind. Ein gemeinsames Essen im Steakrestaurant bildet den Abschluss der gemeinsamen Zeit, dann stehen wir wieder auf eigenen Backpacker-Füßen. Die sollen uns auch gleich auf den 1087 Meter hohen Tafelberg tragen. Doch fehlendes Training und tropische Temperaturen lassen uns schon an der unteren Seilbahnstation scheitern. Die verbleibenden 700 Höhenmeter werden also per moderner Technik überwunden.

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Der Rundumblick von oben ist fantastisch. Auf der einen Seite erstreckt sich Kapstadt vor unseren Auge, auf der anderen Seite kann man fast bis an das Kap der Guten Hoffnung blicken. Nach einer kurzen Tour über das Gipfelplateau geht es mit der Seilbahn zurück in die Stadt und von dort mit der lokalen „S-Bahn“ entlang der Küste zu unseren neuen Couchsurf-Eltern Ruth und Lute. Von ihrem Haus in Fish Hoek blicken wir am Abend gemeinsam mit sieben Katzen und sechs Hunden auf eine große Bucht und lauschen den Geschichten der beiden Junggebliebenen.

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Am nächsten Morgen laden uns unsere Gastgeber zu einer Spritztour über die Kap-Halbinsel ein. Die Fahrt führt uns erst durch wunderschöne, kleine Ortschaften mit imposanten Kolonialbauten zu süßen Pinguinen und später gelangen wir entlang einer wilden Steilküste in das Küstenstädtchen Hout Bay. Hier gibt es zum Mittag frisch Gefangenes in Form von „Fish’n’Chips“, welche wir mit Blick auf den Ozean genießen. Schnell ist die Zeit in Kapstadt verflogen und wir beenden unseren Aufenthalt mit einem Besuch der Kapstadt-Marina. Dann geht es zum Busbahnhof, denn nun wollen wir noch etwas vom südafrikanischen Landleben erfahren.

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