I want to be a Hippie!!! – Festivals, Arbeiten und Eisessen auf der Südinsel

Mein erster Geburtstag auf einem Schiff! Okay, technisch gesehen begann mein Geburtstag ja erst 12 Stunden später, aber so lange wollte ich nicht auf meine Schokotorte warten. Diese wurde dann auch schon größtenteils auf der Fähre verzehrt und den Rest vernichteten wir am nächsten Morgen in Picton, unserem Ankunftsort auf der Südinsel Neuseelands.

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Von dort fuhren wir entlang des blau schimmernden Wassers des Charlotte Sounds direkt in Richtung Südwesten, zum Rainbow-Gathering, einem alljährlichen, weltweit stattfindenden, kostenlosen Hippiefestival. Leider war der designierte Parkplatz eine Laufstunde vom eigentlichen Treffen entfernt und da wir vom Im-Van-Schlafen schon weich geworden waren, wollten wir auch nicht Zelten. Also ging es zu Fuß zum Treffpunkt, wo wir am ersten Tag gleich mal beim gemeinsamen Gruppenabendbrot mit 500 Anderen mitmachten. Nach dem Essen konnte jeder der wollte eine kleine Spende geben. Dann wurde das Feuer rituell entzündet und bei Trommelklängen abgetanzt. Wir waren aber leider etwas zu müde zum Feiern und so machten wir uns auf den langen Rückweg. Am kommenden Tag besuchten wir dann unter anderem einen Survival- sowie einen Akrobatic-Workshop (Arbeitszirkel) und halfen etwas in der Küche aus. Nach dem leckeren Abendessen war dann eine große Feuershow angesetzt und bei Vollmond tanzten alle mehr oder weniger bekleidet ins neue Jahr. Echt lustig!

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Die folgenden zwei Tage verbrachten wir dann aufgrund extremen Regens im Van und entschieden uns am dritten Regentag das „Unternehmen Hippie“ abzubrechen und fuhren Richtung Nelson zu unserem ersten Woofing-Gastgeber.
Unsere dortige Aufgabe bestand vor allem darin, in einem „Ökodorf“ ein altes Haus von Farbresten zu befreien, den Garten herzurichten und Gestrüpp abzuholzen. Dafür gab es eine schöne Unterkunft mit genialem Blick aufs Meer. Außerdem hatten wir noch einen bezahlten Job als House-Keeper (Putzen) in einem 5-Sterne-Hotel in Nelson. So konnten wir unsere Reisekasse in den drei Wochen etwas aufbessern.
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Wir fühlten uns in Nelson sehr wohl, zumal wir einen lecker Eisladen für 25 Cent pro großer Kugel entdeckten!!! Doch es wurde dann auch Zeit, weiterzureisen. Also ging es auf nach Takaka, wo ein weiteres Hippiefestival stattfand. Das etwas kommerzieller ausgerichtete Illuminate-Festival versprach viele Bands, verschiedenste Workshops und jede Menge Feuer. Nachdem wir uns einen schattigen Platz für unseren Elvis gesucht hatten und uns mit unseren supernetten Nachbarn Kathrin und Robin bekannt gemacht hatten, ging es auf ins Getümmel. In den kommenden fünf Tagen lernten dann wir fleißig Pois schwingen, Thai-Massage und Trommeln und hörten coole Live- und Elektromusik. Das Beste waren aber die Leute und es war immer wieder herrlich, abends am gigantischen Lagerfeuer die abgedrehtesten Charaktere auf ihren Trips zu sehen. Unvergesslich!

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Aber alles Schöne hat ein Ende und wir machten uns auf zum nächsten Abenteuer, einer nahe gelegenen Ziegenfarm.