Heiße Vulkane auf Java

Von Medan in Sumatra ging es weiter auf die am dichtesten besiedelte Insel der Welt, nach Java. In Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens, verbrachten wir unsere erste Nacht bei einer ganz lieben Couchsurferin. Schon am am nächsten Morgen stiegen wir in einen Bus und auf ging es in Richtung unseres ersten Vulkans auf Java, dem berühmten Berg Bromo. Von diesem schwärmten wir schon vor unserer Ankunft in Indonesien, da die Fotos dieser Vulkanlandschaft einfach traumhaft aussehen. Als wir dann (endlich) in dem kleinen Dorf in der Nähe des Vulkans ankamen, konnten wir diesen leider nur noch im Abendlicht genießen. Unser eigentliches Ziel war jedoch, am nächsten Morgen um fünf Uhr morgens den Sonnenaufgang über dem Krater von einer Aussichtsplattform zu genießen. Wie geplant so getan, nur  konnten wir den Aufgang der Sonne lediglich hinter Wolken beobachten. Die beeindruckende Aussicht blieb uns die meiste Zeit hinter einem Wolkenschleier verwehrt.

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Nach dieser missglückten Vulkanbesichtigung ging es auch schon zum nächsten Vulkan. Da die öffentlichen Transportmöglichkeiten und Straßen in Java (wie auch schon auf Sumatra) absolut beschwerlich und zeitaufwendig sind, buchten wir uns ausnahmsweise eine Tour. Und schon düsten wir ab in Richtung Ijen Krater. Unterwegs stoppten wir noch an einem Strand, wo wir eine leckere Fischmahlzeit genossen und die Fischer in ihren bunten Booten bestaunten.

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Abends kamen wir in unserer Unterkunft, einer Kaffeeplantage in Sempol, an. Von hier ging es am nächsten Morgen zum Ijen Krater. Beim Aufstieg kamen uns schon einige der Minenarbeiter entgegen, die unter extremsten Bedinungen arbeiten. Dies ist einer der härtesten Jobs der Welt, da die toxischen Gase im Krater langfristig die Lungen zerstören. Nach dem anstrengenden Abbau tragen die Männer ca. 80 kg Schwefel in Körben aus dem tiefen Krater hinauf und schließlich die 2 km zum Fuß des Berges hinab. Und wofür das ganze? Um vier Euro pro Ladung zu verdienen. So ist es kein Wunder, dass die Lebenserwartung der Minenarbeiter bei gerade mal 40 Jahren liegt.

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Genauso „atemberaubend“ wie die Schwefeldämpfe war allerdings die umgebende Landschaft. Als wir den Kraterrand erklammen, war der schöne Kratersee noch in Wolken verhüllt. Ein Schild wies ausdrücklich darauf hin, dass es Besuchern nicht erlaubt ist, in den Krater hinunter zu steigen, da sich der Weg sehr steil und beschwerlich gestaltet und man den Gasen vollkommen ausgesetzt ist. Da wir jedoch neugierig waren, hielt uns, wie viele andere Touristen, das Schild nicht auf. Zudem boten viele Mienenarbeiter ihre Hilfe beim Abstieg an. Als wir die Hälfte des Abstiegs erreichten, konnten wir schließlich den beeindruckenden Kratersee Kawah Ijen sehen, der von Geologen als „das größte Säurefass der Erde“ bezeichnet wird.

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Daneben sahen wir auch schon die gelb und orange leuchtenden Schwefelquellen. Jedoch waren wir ein wenig unschlüssig, ob wir den weiteren Abstieg wirklich wagen sollten, da sich der Wind am Fuße des Kraters oft schnell änderte und man dann in einer dicken Wolke Schwefeldampf feststeckte. Die Luft war von weiter oben schon kaum auszuhalten und die Blicke der zurückkomenden, hustendenTouristen waren nicht sehr aufmunternd. Jedoch war die Neugierde größer und so gingen wir weiter und konnten viele beeindruckende Bilder des Schwefelabbaus und der Minenarbeiter sowie des türkisblauen Kratersees schießen. Mit Husten und kratzender Lunge kamen wir dann wieder aus dem Krater heraus und verbrachten den Nachmittag in der Hafenstadt Banjuwangi. Von hier ist es nur ein Katzensprung nach Bali. Nach den Strapazen der letzten Wochen gönnten wir uns schliesslich ein schönes Hotelzimmer mit Klimaanlage, TV und Frühstück für vier Euro pro Person.

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Unsere weiteren Pläne sollten uns zu der schönen Tempelanlage Borobodur nahe der Stadt Yogyakarta führen. Leider machte uns jedoch ein „böser“ Vulkan einen Strich durch die Reiseplanung. Der Merapi, einer der aktivsten Vulkane Indonesiens, hatte sich nach vier Jahren Abstinenz wieder zurückgemeldet. Da auch unser Abflug-Flughafen nahe Yogyakarta betroffen war, entschieden wir uns spontan für eine vorzeitige Abreise in Richtung Singapur.

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