Ein furioses Finale

Nach unserer Rückkehr aus dem Himalaja bestiegen wir nach einer kurzen Verschnaufpause in Shangri-La einen Zug und unsere 4000 Kilometer lange Reise quer durch China in Richtung Osten begann. Unser erstes Zwischenziel, Hunang Shan, erreichten wir nach zwei nervenaufreibenden Reisetagen.

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Dort angekommen, wurden wir gleich von einem geschäftstüchtigen Hostelbetreiber in Empfang genommen. Mit seiner Hilfe planten wir auch unsere Erkundung des „Gelben Berges“ für die kommenden zwei Tage. Der Huang Shan ist einer der fünf heiligen Gipfel Chinas und dank seiner Nähe zu Shanghai immer gut besucht. Und die Wochenendsitutation machte es auch nicht leichter. So machten wir uns am kommenden Morgen mit tausenden chinesischen Touristen auf den Weg in die Berggipfel. Dank einer Seilbahn verlief der Aufstieg  recht entspannt und bald tat sich die erste fantastische Aussicht vor uns auf. Nach einer kurzen Wanderung auf den perfekt ausgebauten Wegen über schwindelerregenden Höhen kamen wir am Gipfelhotel an und konnten uns dort nach harter Verhandlung noch ein dunkles Bedienstetenzimmer ergattern.

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Doch all die Menschenmassen konnten die unglaubliche Atmosphäre dieses Ortes nicht zerstören. Vor allem nicht den nächsten Morgen, an dem wir abseits der Touristenströme ein unvergessliches Schauspiel erlebten: Aus den nebelverhangenen Täler ragten die, von der Morgensonne beleuchteten, Granitfelsen heraus. Nicht umsonst diente dieser Anblick als Vorlage für die Himmelfelsen in „Avatar„.

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Am gelben Berg zeigte sich aber auch wieder mal deutlich, was billige Arbeitskraft in China bedeutet. So quälen sich jeden Tag fast hundert Träger mit vielleicht 80 kg schweren Körben die ca. 1000 Höhenmeter mit Essen und Trinken nach oben, welches dann auf dem Berg an die Touristen verkauft wird. Und das trotz mehrerer Seilbahnen, die auf den Berg hinaufführen. Echt krass!

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Nach diesem einmaligen Erlebnis ging es weiter in das finanzielle und wirtschaftliche Herz Chinas, Shanghai. Die 25 Millionen-Metropole boomt seit den letzten zwei Jahrzehnten und dies sieht man auch. Alles ist super modern, sauber, organisiert. Der erwartete Großstadtschock blieb aus, das sich Shanghai als recht entspannt und besucherfreundlich herausstellte. Neben der beeindruckenden Wolkenkratzerkulisse der Stadt, inklusive des Shanghai World Financial Center, dem höchsten Gebäude Chinas, wartete noch ein weiteres Highlight auf uns. Eine Fahrt mit dem Transrapid Shanghais. Dieser verbindet die Stadt mit dem Flughafen und schafft die 30 Kilometer in nur sieben Minuten. Der beeindruckendste Moment ist, wenn sich die beiden Züge bei jeweils 431 km/h passieren. Stellt euch einfach vor, ihr sitzt an eurem Fenster und die S1 Dresden-Meißen schießt mit der Geschwindigkeit einer Gewehrkugel an euch vorbei…Wenn das Fenster offen war, braucht ihr nun wohl einen Friseurbesuch.

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 Als Abschluss unserer großen Reise musste natürlich noch etwas ganz Großes erkundet werden: Peking und die Große Chinesische Mauer! In Chinas Hauptstadt kamen wir bei einem superlieben italienischen Pärchen unter, die uns sogar noch mit leckerster Hausmannskost bewirteten. Leider hatten wir wenig Zeit übrig, sodass es nur für Pekings Klassiker Verbotene Stadt, Tiananmen-Platz und den Sommerpalast reichte. Vor allem der ehemalige Kaisersitz, als eine Stadt in der Stadt, war ein beeindruckendes Erlebnis.
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Doch unser letztes Abenteuer sollte alles andere in den Schatten stellen. Unsere Wanderung auf der chinesischen Mauer. Wir hatten uns einen eher untouristischen Abschnitt als Einstieg ausgewählt und dementsprechend schwierig gestaltete sich auch die Fahrt dorthin. Doch nach harten Verhandlungen mit chinesischen Taxifahrern kamen wir an und los ging die Wanderung über und neben der halbzerfallenen und oft von Bäumen bewachsenen Mauer. Nach einem recht anstrengenden Tagesmarsch fanden wir einen wundervollen Platz mit einem herrlichen Ausblick auf die im Horizont verschwindende Chinesische Mauer.

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Am kommenden Morgen gab es dann ein exquisites Geburtstagsfrühstück für Franka, inklusive einem schon etwas angeschmolzenen Gorgonzolakäse. Dieser gab uns dann auch die Kraft für die nächste Etappe, diesmal über einen restaurierten Teil der Mauer, wobei vor allem der Zeigefinger vom ständigen Fotografieren schnell erschöpft war. Nach einer weiteren Nacht auf der Mauer, diesmal in einem alten Wachturm, verhandelten wir wieder unseren Weg zurück nach Peking und ließen schweren Herzens diesen mystischen Ort hinter uns.

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Dann war unser letzter Reisetag nach mehr als zwei Jahren voller Abenteuer und unvergesslichen Erlebnissen gekommen und für uns wurde sogar noch eine Abschiedsparty in der italienischen Botschaft geschmissen 😉 Danach flogen wir weiter nach Moskau, dessen Flughafen wir noch eine Nacht lang ausgiebig „genossen“, bevor uns unsere Eltern dann in Dresden gemeinsam endlich willkommen heißen konnten…