Dürfen wir vorstellen: Kifaru

Home, sweet home. Dieser altbekannte Spruch trifft auch auf „Kifaru“ zu. Denn unser so benannte Van bringt uns nicht nur von A nach B, er ist auch unser Schlaf-, Wohn-, Ess- und Spielzimmer. Kurz gesagt, unser Zuhause und er trägt beinahe jeden Tag dazu bei, dass wir nicht nur neue Orte entdecken, sondern dort auch gleich übernachten können. Genug Gründe also, warum wir unserem orangenen Familienmitglied einen extra Blogeintrag schenken möchten (außerdem gab es diesbezüglich auch eine Leseranfrage und unsere Leser sind und heilig).

 

Eating on the porch

 

Am Anfang sollte natürlich sein Name stehen. „Kifaru“ kommt aus dem Swahili und bedeutet Nashorn. Doch es war nicht der vom Aussterben bedrohte Savannenbewohner, welcher uns zu diesem Namen inspirierte, sondern der ebenfalls orangefarbene Truck, mit dem wir 2012 zweieinhalb Monate durch Afrika gereist waren. Und genauso wie uns der große Safaribus namens „Kifaru“ damals wohlbehütet durch die Wildnis chauffierte, bringt uns unser „kleiner“ Kifaru bisher sicher durch das wilde Australien.

 

Kifaru Cockpit

 

Gefunden hatten wir den Campervan auf dem australischen „Flohmarkt-Internetportal“ gumtree.com.au. Hier kann man, ähnlich wir bei den deutschen Ebay-Kleinanzeigen, alles kaufen, was andere loswerden wollen. Und wir hatten das Glück, dass ein junges deutsches Backpacker-Pärchen Australien nach seinem zweijährigen Aufenthalt kurzfristig verlassen musste. Das hatte zwei Vorteile für uns: Erstens fiel der anfangs geforderte Preis für den Van kurzfristig um 1.000 Dollar. Zweitens fuhren die beiden von Brisbane nach Cairns, und wir waren mit unserem Housesit in Townsville auf halber Strecke.

 

Kifaru interior

Outdoor toilet

 

So hatten wir letztlich eine klassische Win-Win-Situation, denn Fenja und Finn waren froh, kurzfristig noch einen Käufer gefunden zu haben und wir hatten plötzlich unser Traumauto vor der Haustür stehen. Denn Kifaru vereint alles, was ein guter Backpacker-Van haben muss: Erfahrung, Ausdauer und einen guten Preis. Doch hier mal ein paar mehr Details:

 

Modell: Toyota Hiace Commuter (Langversion)
Baujahr: 1993
Motor: 2.8 Liter Turbo-Dieselmotor
Kilometerstand Kauf: 380.645 km
Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe
Verbrauch: 10 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit: bisher 130 km/h
Reichweite: ca: 550-600 km
Sitz-/Schlafplätze: 3/3
Preis: ca. 4.400 Euro

 

Kifaru Kitchen 1

Kifaru Kitchen 2

 

Doch nicht die nackten Zahlen oder seine einzigartige Farbe sind es, die unseren Kifaru besonders machen. Es sind, wie bei uns Menschen, vor allem die inneren Werte, die zählen. So bietet unser mobiles Zuhause nahezu allen Komfort, den man sich wünschen kann. Ein großes Bett, in dem wir zu dritt bequem schlafen können (abhängig von Indias Aktivitätslevel). Einen Zwei-Flammen-Gaskocher, der uns immer mit warmen Essen versorgt. Genug Stauraum für unsere Klamotten, für einen einwöchigen Essensvorrat, für Koch- und Essutensilien und für die Luxusartikel, die sich so im Laufe der Reise ansammeln. Dazu gehören mittlerweile etwa 20 Kinderbücher, Schnorchelzeug, ein kleines Schwimmbrett für India, ein großes für uns, ein Laufrad, ein Roller und und und. Doch bisher hat Kifaru alles wohlwollend geschluckt, auch wenn wir inzwischen etwas mehr Dinge bewegen müssen, um Kifaru schlafbereit zu machen.

 

Lunch on a rainy day

 

Schaut man sich die Preise für einen Campervan (meist ein VW-Bus) in Deutschland an, muss man feststellen, dass die australischen Pendants weitaus billiger sind. Aber das beste hier in Down Under ist die schnelle und unbürokratische Anmeldung des Fahrzeuges. So konnten wir das Auto, welches in Bundesstaat Western Australia zugelassen ist, einfach mittels eines Briefformulars und einer Online-Überweisung auf uns umschreiben. Ohne jegliche TÜV- oder andere Prüfungen. Dazu kommen die erschwinglichen Versicherungsraten und der recht preiswerte Sprit (aktuell ca. 0,82 €/l). So haben sich die Investitionskosten für unseren Kifaru aufgrund der kostenlosen Übernachtungen und des selbst gemachten Essens schon lange amortisiert.

 

Kifaru Bed

What else travels along

 

Mittlerweile sind wir fast 15.000 Kilometer mit unserem Van gereist. Und ob Highway, Landstraße, Stadtverkehr oder Schotterpiste, bisher hat uns Kifaru nie im Stich gelassen. Wir haben die Bremsen erneuert, es wurde eine Stahlstange eingebaut, um Indias Kindersitz ordnungsgemäß befestigen zu können und ein Ölwechsel durchgeführt. Für einen 23-Jährigen eine gute Quote. So freuen wir uns bereits jetzt darauf, nach dem Winter wieder an die schönsten Plätze Australiens zu fahren und gleich vor Ort übernachten zu können. Denn was ist schöner, als früh aufzuwachen und das Meer vor der „Haustür“ zu haben. Doch schaut doch einfach selbst. Hier sind ein paar Impressionen der schönsten Orte, an dem wir Kifaru abgelichtet haben.

 

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Kifaru Bay of Fire

 

PS: Wenn ihr die Erklär-Bilder im Großformat sehen wollt, könnt ihr in diesem Beitrag einfach draufklicken.

14 Gedanken zu „Dürfen wir vorstellen: Kifaru

  1. Total Klasse! Vielleicht sollten wir nicht nach einer größeren Wohnung sondern einfach nach einem großen Auto Ausschau halten. Dann ist die Tagesmutti immer gleich vor der Tür. Ganz egal wo die wohnt :-).

  2. Achso, Indias Toilette habt ihr ja gezeigt. Wo ist denn Eure? Wascht ihr euch eigentlich immer im Meer? Das sind so praktische Fragen, die mir dabei so einfallen. 🙂 Herrliche Fotos übrigens.

  3. Super der Bus! Ist mal ein bisschen anders gebaut, als die Wicked Campers. Und so viel Stauraum! Perfekt auch die Küche mit Gewürzregal! Wie macht man übrigens den ganzen Zeltplatz voll Australier neidisch? Salamiwürfel und Zwiebeln anbraten (für Nudelsoße) – kommen die sofort angerannt, kennen die nämlich nicht! Und dann noch Zwiebelbrot vom Lagerfeuer! Da fällt denen glatt das wabbelige Sandwich aus der Hand!

    Liebe Grüße und bitte weitere Berichte!

  4. Hi there,
    Mensch Klasse das Auto. Ist ja auch noch ne Langversion. Ich träume auch schon wieder von so einem „Wohnhaus“. Lohnt sich nur nicht wirklich hier in D. zu teuer und die vielen Kurzstrecken lassen so manchen Motor bei 200 T k´s an Kolbenhusten sterben. Wie sieht es mit Stromversorgung für den Schleppi & Co aus? LG

    1. Unseren Schleppi haben wir bisher immer nur in den zahlreichen, kostenlosen Bibliotheken geladen, bzw. bei den ebenfalls zahlreichen Freunden und Hausbesitzern, die wir besuchten. Aber wir haben einen Konverter, der dies auch leisten müsste. Handy wird über USB geladen. Und ja, D. ist leider sehr teuer. Und der Toyota Hiace ist einfach Klasse!

  5. Hammergerät, das sich perfekt in die Natur und euer Leben einfügt! Braucht ihr noch nen Busfahrer? 😉

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