Bali – Der Norden und Nusa Lembongan

Als einen krönenden Abschluss unserer dreiwöchigen Balireise unternahmen wir eine Tagesreise zum Ulun Danu Tempel, der auf 1200 Metern Höhe am vulkanischen Bratansee liegt. Der 1633 erbaute Pura Ulun Danu Bratan ist den drei wichtigsten Göttern des Hinduismus, Shiva, Brahma und Vishnu in seiner Erscheinungsform als Seegöttin Dewi Danu geweiht. Doch vor allem unter den Touristen bekannt ist der Tempel für seine beiden Außenschreine (Meru), die auf zwei dem Ufer vorgelagerten Inselchen erbaut wurden, und somit über dem Wasser zu schweben scheinen. Jedoch hatte der See nahe Bedugul, dessen Wasser als heilig gilt, einen niedrigen Wasserstand, sodass die Außenschreine nicht, wie erhofft, vom Wasser umschlossen waren. Trotzdem bot der filigrane und reich verzierte Tempelbau vor dem Hintergrund der steilen Berghänge ein tolles Fotomotiv.

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Gleich im Anschluss ging es nach Jatiluwih, welches berühmt ist für seine riesigen Reisterrassen. Leider spielte hier das Wetter nicht mehr mit und ein wolkenverhangener Himmel drängte die Farben in den Graubereich. Doch als spontanes Alternativprogramm durften wir in einem Dorf einer großen rituellen Zeremonie beiwohnen, inklusive eigener Musikkapelle. Dies begeisterte India natürlich mehr, als schon wieder mit den Eltern lange Wanderungen durch Reisfelder durchzuführen. Insgesamt kostete uns die Tagestour zu von uns bestimmten Zielen mit Privatchauffeur im komfortablen klimatisierten Auto ca. 26 Euro!

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Am kommenden Tag verließen wir Bali - doch nicht im Flieger nach Australien. Stattdessen saßen wir auf einem Speedboat (Rocky Fast Cruise), welches uns für einen fünftägigen Abstecher auf die kleine Nachbarinsel Nusa Lembongan brachte. Diese verhieß auf den Bildern schönstes Strandvergnügen und ein Entkommen vom Massentourismus auf Bali. Doch die ersten Eindrücke waren ernüchternd, denn das Inselinnere stellte sich als vertrocknete und vermüllte Einöde heraus. Hinzu kam, dass sich unser vorher gebuchtes Hotel als Baustelle herausstellte. Glücklicherweise konnten wir, dank des netten Hotelbesitzers, eine im Endeffekt sogar bessere Alternative finden. Und so genossen wir im Tamarind Beach Hotel die größte Villa mit Meerblick sowie großem Pool für ca. 40 Euro pro Nacht. Der Pool war besonders für India ein Highlight, denn unsere kleine Wasserratte ist im nassen Element am glücklichsten. Dadurch ließen wir uns auch nicht von dem unfreundlichen weiblichen Personal oder dem schlechten Essen irritieren. Vor allem, da die sehr netten männlichen Angestellten und die tollen Restaurants in der Umgebung alles wieder wettmachten.

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Nach ein paar Erkundungsausflügen fanden wir sogar einen wunderschönen und meist menschenleeren Strand mit kristallklarem Wasser - der "Secret Beach", welche schnell zu Fuß von unserem Hotel erreichbar war. So vergingen die Tage mit leckerem Essen, entspannten Strandspaziergängen und einem kühlen Bier zum Sonnenuntergang wie im Flug. Frankas Lieblings-Mittagsrestaurant wurde das liebevolle kleine Hotel Alam Nusa. Und unsere Abende verbrachten wir im wunderschönen Hotelrestaurant Mushroom Beach, welches den gleichnamigen Strand zum Sonnenuntergang überschaute, während riesige Schwärme von Schwalben an uns vorbeiflogen. Mit dem zusätzlich super leckeren Essen und freundlichen Personal konnten wir so "trotz Kind" einige richtig romantische Momente verbringen. Sogar ein Tauchausflug zu den riesigen Mantarochen der Nachbarinsel Nusa Penida sprang für Steffen heraus. Nach einer halbstündigen Fahrt entlang der Steilküste der Insel sprangen wir ins teilweise 16 Grad (!) kühle Wasser und machten uns auf die Suche nach den majestätischen und bis zu neun Meter langen Tieren. Nachdem Steffen nach 15 Minuten bereits zweifelte, ob das Ganze nicht nur ein Touristennepp sei, kamen plötzlich fünf Rochen aus dem Blau der Tiefe und umkreisten die Tauchgruppe für mehrere unvergessliche Minuten bevor sie wieder in den Weiten des Ozeans verschwanden.

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Weniger Glück hatte Steffen dagegen bei der Suche nach der zweiten Unterwasserattraktion Penidas: dem sehr seltsam aussehenden Mondfisch. Doch auch wenn ihm der schwerste Knochenfisch der Welt verborgen blieb, machten die sehr bunten und artenreichen Riffe der Insel auch den zweiten Tauchgang zum Erlebnis, was Franka nach ihrem Schnorchelausflug ebenfalls bestätigen konnte. Wir freuen uns schon jetzt auf die Zeit, wenn wir India bei einem solchen Ausflug in die Wunder der Unterwasserwelt einführen können.

Am Ende hatten wir unser millionenschweres Bündel indonesischer Rupien aufgebraucht und es wurde Zeit, endlich nach Australien aufzubrechen. Die sehr gut organisierte Firma Rockys Speedboot brachte uns vom Hotel wieder nach Bali zurück und von dort zu unserem Flug. Insgesamt zahlten wir für die Abholung von Ubud bis zum Hotel auf Nusa Lembongan und zurück bis zum Flughafen pro Erwachsenen 36 Euro. In Australien warteten viele neue, seltsame Tiere über und unter dem Meeresspiegel auf uns. Deshalb waren wir am Ende unseres Bali-Aufenthaltes auch nicht allzu traurig, die schöne Inselprovinz Indonesiens verlassen zu müssen, denn unser Abenteuer sollte nun erst richtig beginnen...

 

Alle Fotos von unseren letzten Tagen in Bali gibt es hier: Der Norden und Nusa Lembongan