Auf Pilgerpfaden im Himalaya

Als erste Station auf dem Weg in die tibetische Kultur erreichten wir das sagenhafte Shangri La, benannt nach einem utopischen Roman von James Hilton. Eigentlich heißt der Ort und die Provinz Zhongdian, doch die chinesische Tourismusbehörde lässt sich eben immer etwas einfallen. Und es funktioniert! Doch neben dem exotischen Namen hatte dieses Städtchen auch schöne tibetische Architektur und vor allem Kultur zu bieten. Am Abend treffen sich alt und jung auf den Plätzen der Stadt und tanzen einen traditionellen Kreistanz. Bis zu 100 Menschen bewegen sich so in einer nur ihnen bekannten Choreografie. Wunderschön anzuschauen. Auch das Essen gestaltete sich mit Yak-Fleisch recht traditionell, wobei wir uns eher an die preiswerteren Teigtaschen hielten.

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Während wir auf unsere Visaverlängerung warten mussten, nutzten wir die Tage für ein paar kleine Exkursionen in die umliegenden Berge und Tempel, die alle mit Unmengen von Gebetsflaggen geschmückt waren. Außerdem tat uns die entspannte Atmosphäre des Ortes unglaublich gut und wir fanden auch endlich mal Zeit und Zugang zum Bloggen. Eine supernette Herbergsangestellte stand uns immer mit Rat und Tat zur Seite und eine große DVD-Sammlung versüßte die Abende. Doch dann hatten wir endlich unsere Pässe wieder und auf ging es nach Norden.

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Die schlechteste Straße der Welt, in einem Minibus, für zehn Stunden, unvergesslich. So könnte man unsere Fahrt nach Dequin, an der Grenze zu Tibet, zusammenfassen. Obwohl wir ja bis dahin schon einiges in puncto Transport erlebt hatten, stellte unsere Fahrt in den Himalaja alles bisherige in den Schatten. Die Straße war eine einzige Baustelle und man fuhr des Öfteren auf unbefestigter Schotterstrecken am Rande des Abgrundes. Doch irgendwie überstanden wir und der Minibus die Tortur und kamen endlich in Feilai Si, am Rande des Meili-Massivs, an.

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Dort wurden wir am ersten Morgen mit einem atemberaubenden Blick auf die Bergspitzen des Meili-Schneegebirges und seinem höchsten Gipfel, dem bisher unbestiegenen Khawa Karpo (6740 m) begrüsst. Mit gepacktem Rucksack ging es dann aber erst mal hinab zum unweltlich aussehenden Mekongtal in die Stadt Xidang. In deren Nähe übernachteten wir an einer heissen Quelle bevor wir über einen hohen Pass zu dem nur zu Fuss (oder Pferd) zu erreichenden Dorf Yubeng wanderten. Dort schliefen wir für drei Nächte und erkundeten tagsüber die traumhafte Gebirgsgegend. Wir waren die einzigen Gäste in unserer einfachen Unterkunft mit herumhängenden Schweinsköpfen und Fettschwarten und wurden mit günstigem Essen von unseren Wirtsleuten verwöhnt.

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Für den Rückweg nach Xidang wählten wir eine andere Route, welche 20 km lang war und zum grösstenteil entlang einer steilen Schlucht auf einem schmalen Pfad verlief. Da waren aufgrund meiner Höhenangst starke Nerven gefragt. Völlig fertig nahmen wir das erste Hotel in Xidang. Der nächste Tage führte uns zum Mingyong Gletscher, welchen wir bei fantastischem Wetter geniessen konnten. Nach diesen marschintensiven Tagen waren unsere Füsse müde und es ging über unsere Lieblingsstraße wieder zurück nach Shangri La, wo wir uns erst mal einen Tag erholen mussten.

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