Auf großer Fahrt – Von Townsville nach Brisbane

Immer links halten! Das muss sich jeder europäische Autofahrer bei den ersten Fahrstunden auf Australiens Straßen permanent ins Gedächtnis rufen. Denn schnell biegt man an einer Kreuzung beziehungsweise an einer Ausfahrt in die falsche Straßenseite ein. Doch glücklicherweise hatte Steffen bereits mit dem Auto von unserem Gastgeber Noel fleißig üben können, sodass der Start unseres Roadtrips im neuen Van „Kifaru“ problemlos verlief. Auch India fand es ganz toll, nun mit vorn bei den Großen sitzen zu dürfen und das Straßengeschehen hautnah mitzuerleben.

Unser erstes Ziel war die etwa 200 Kilometer südlich von Townsville gelegene Stadt Bowen. Vor allem bekannt für seine gleichnamigen leckeren Mangos ist die Kleinstadt aber auch landschaftlich ein Juwel. Besonders die Horseshoe Bay (Hufeisen-Bucht) war eine Augenweide und India ließ sich nicht zweimal bitten, in die kühlen Fluten zu springen. Leider war auf dem Strand-Parkplatz das Übernachten offiziell verboten, sodass wir unseren ersten Fahrttag auf einem Schotterplatz am Straßenrand beendeten. Hier genossen wir einen tiefroten Sonnenuntergang genauso wie unser erstes im Van zubereitetes Abendessen (Couscous mit Gemüse).

Als nächstes standen Airlie Beach und der angrenzende Conway Nationalpark auf dem Programm. Während der kleine Küstenort den meisten Backpackern vor allem als Startpunkt für die berühmten Kreuzfahrten zu den traumhaften White-Sunday-Inseln dient, konnte der Nationalpark mit türkisblauem Wasser und weißen Muschelstränden punkten. Nach einer halbstündigen Wanderung in der 35 Grad heißen Mittagshitze sah die oben genannte Kombination extrem verlockend aus. Doch leider ließen die lokalen Salzwasserkrokodile jegliche Badeträume platzen. So blieb es für India und Papa beim sehnsüchtigen Aufs-Wasser-Schauen.

Angenehm kühl waren dagegen die Capricorn Höhlen nördlich von Rockhampton. Nur im Zuge einer Führung betretbar, konnte India hier das erste Mal Bekanntschaft mit den Stalagmiten (die von unten) und Stalagtiten (die von oben) machen. Besonders beeindruckend war ein klassisches Konzertstück in der „Kapellen-Höhle“ in vollkommener Dunkelheit. Einen wunderschönen Campingplatz direkt am Meer konnten wir am darauf folgenden Tag in Agnes Waters genießen. Für nur fünf Euro am Tag bekamen wir hier Toiletten, kalte Dusche und einen Traumstrand geboten. Im benachbarten 1770, dem weltweit der einzigen Ort, dessen Name nur aus Ziffern und nicht aus Buchstaben besteht, machten wir das erste Mal Gebrauch von einem australischen Nationalgut: dem öffentlichen BBQ. Es gab Würstchen mit gebratenen Zwiebeln und Brot.

Einen kleinen Einblick in ein weiteres Kulturgut, die australische Kolonial-Architektur, bot uns die Kleinstadt Maryborough am Mary River. Die sehr gut erhaltenen Straßenzüge aus der Zeit zwischen 1880 und 1920 versprühten einen nostalgischen Charme und man konnte sich gut vorstellen, wie vor einhundert Jahren hier noch Pferdekutschen und die ersten Automobile durch die Straßen fuhren.

Nach dem Stadtbummel war es aber wieder an der Zeit für etwas Natur. Gut, dass die Kondalilla Wasserfälle gleich in der Nähe lagen. Während der Hauptwasserfall wegen Wassermangels eher unspektakulär war, boten die höher gelegenen Felsenbecken mit einem kleineren Wasserfall eine schöne, wenn auch kalte, Bademöglichkeit für die Weltengugger.

Einmal in den Bergen blieben wir auf der Kammstraße, welche uns zu den beiden wunderschönen Örtchen Montville und Maleny führte. Während wir im ersteren einen entspannten Abend und Morgen in einem hübschen Park genossen, besuchten wir in Maleny nochmals Wasserfälle. Auch hier wurde fleißig geplanscht. Doch Indias größtes Erlebnis war der Fund eines rosaroten Plüsch-Schweinchens, welches wir später als „Peppa Pig“ identifizierten. Da Peppa offensichtlich schon vor längerer Zeit ausgesetzt wurde, entschieden wir uns, dass arme Wesen als neues Mitglied unserer Fahrgemeinschaft aufzunehmen. Nach einem ausführlichem Bad, versteht sich.

 

Hier gibt es alle Fotos über den Anfang unseres Road-Trips: Von Townsville nach Brisbane

Nach diesen ersten neun, ereignisreichen Tage auf der Straße waren wir erfüllt von dem Freiheitsgefühl, welches uns bereits während unserer ersten Australienreise vor 14 Jahren (Franka) bzw. zwölf Jahren (Steffen) begleitet hatte. Trotzdem freuten wir uns auf unseren ersten Zwischenstopp bei unserer Freundin Kim in der Metropole Brisbane. Doch dazu mehr im kommenden Blog…

2 Gedanken zu „Auf großer Fahrt – Von Townsville nach Brisbane

  1. Super – reichlich Natur & Abenteuer & friedliche Idylle – Cool Mr.Peppa Pig!!
    Fynn lernt gerade Segeln…lg aus der Suedschweiz an die 3 Naturliebhaber „on the road again“…(song)

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