Vietnam

Vietnam – Hupkonzert im Regen

Nach einer typisch asiatisch-effektiven Grenzübergangserfahrung fuhren wir direkt ins Herz von Ho Chi Minh City (HCMC), ehemals Saigon, der größten Stadt Vietnams. Schon als Kind war ich von diesem Namen auf der Landkarte fasziniert und nun waren wir endlich da. Doch leider mussten wir feststellen, dass von dem erhofften, exotischen Flair nichts mehr zu finden war. Dagegen sprang einen die unglaubliche Betriebsamkeit und Intensität der Stadt geradezu an. Nicht umsonst trägt diese Stadt mit 33 Prozent zu Vietnams boomender Wirtschaft bei.

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Da wir aber nicht gerade Großstadtfans sind, bestiegen wir am Abend des kommenden Tages eine Nachtzug und auf ging es Richtung Hue, im Norden. Da die Züge viele Wohnhäuser in ca. fünf Meter Abstand passieren, hatten wir sogar etwas Abendunterhalt beim Beobachten der verschiedenen Stubenaktivitäten der Hausbewohner. In Da Nang sprangen wir sofort in einen Bus, der uns nach Hoi An, einem wunderschönen kleinen Städtchen am chinesischen Meer, brachte. Gegründet von den Cham, ist Hoi An heute Weltkulturerbe und gleichzeitig Hochburg der Maßschneiderei für Touristen. Nach all dem Stress in den vergangenen Tagen war es einfach herrlich, durch die fast autofreien Gässchen zu schlendern und ab und zu in eines der alten chinesischen Holzhäuser zu schauen.

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Auch der kulinarische Aspekt kam nicht zu kurz und vor allem die leckeren Cao Lau Nudeln verwöhnten unseren Gaumen. Abends bot sich mit den reisballonbeleuchteten Straßen noch mal ein ganz besonderes Schauspiel und so viel es uns auch entsprechend schwer, wieder abzureisen, um noch ein wenig von Hue zu bestaunen. Leider holte uns hier der Regen ein und einige Programmpunkte fielen ins Wasser.

Auf dem Weg in Richtung Norden stoppten wir in der wunderschönen Gegend um Ninh Binh, wo wir mit Ruderboot und Rad die von riesigen Karstfelsen umschlossenen Reisfelder und Tempel bestaunten.

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Schon bald saßen wir wieder in einem Zug, der uns recht entspannt nach Hanoi, Vietnams Hauptstadt, brachte. Dort fanden wir mal wieder bei einem supernetten Couchsurfer Unterschlupf, der uns am Abend zusammen mit einem Freund gleich mal in die kulinarischen Köstlichkeiten der Stadt einführte. Vor allem die fermentierte Garnelenpaste mit ihrem Elefantenhaus-Geruch fand ich toll!!! Leider liess uns das Wetter aber weiterhin im Stich und auch die mit hupenden Motorrollern und Autos voll gepackte Altstadt konnte uns nicht so recht begeistern.

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So entschieden wir uns trotz kühlem Nieselwetter für einen Trip in die berühmte Halongbucht. Mit fast 2000 aus dem türkisblauen Wasser ragenden Kalkfelsen ist diese Bucht ein echtes Highlight in Vietnam und dementsprechend auch der Touristenmagnet. Deshalb entschieden wir uns, die weniger überlaufene Insel Cat Ba als Ausgangspunkt zu nehmen. Am kommenden Morgen saßen wir dann aber dank Nebel erst mal für zwei Stunden im Hafen fest, bevor wir auslaufen konnten. Doch nach und nach besserte sich das Wetter und am Nachmittag konnten wir dann sogar bei Sonnenschein durch die beeindruckenden Felsformationen paddeln. Ausserdem erkundeten wir mal wieder eine Höhle, die selbst uns Untergrundforscher zum Staunen brachte.

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Nachdem wir noch einmal eine Nacht in Hanoi geschlafen hatten, fuhren wir wieder in den Süden nach Vinh, wo wir nach etwas Hin-und-Her einen Nachtbus nach Laos bestiegen. Letztendlich waren wir auch recht froh, Vietnam hinter uns zu lassen, da uns das Wetter, der extreme Verkehr und auch die recht unfreundliche Art mancher Menschen nicht so gefallen hatte. Das alles sollte sich in Laos ändern…

Ein Gedanke zu „Vietnam – Hupkonzert im Regen

  1. Hallo Ihr beiden,

    wir hatten ähnliche Eindrücke von Vietnam, wie Ihr. Deshalb hatte uns das Land (trotz der leckeren Frühlingsrollen) insgesamt nicht so sehr gefallen. Die Halong-Bucht war allerdings toll!

    Ihr habt ja auch die vertouristisierten Bergvölker in Sapa ausgelassen … Vielleicht gut so, wir waren da recht enttäuscht. Lag aber hauptsächlich am schlechten Wetter und nervigen Souvenirverkäufern.

    Freuen uns auf Berichte und Bilder aus Laos.

    LG aus derzeit Sucre, Bolivien,

    Juliane & Marcel

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