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Von Los Angeles nach Las Vegas

Unsere gemeinsame Geschichte beginnt im Juni 2009, in Los Angeles, der Stadt der Engel. Dort trafen wir uns endlich, nach drei Monaten sehnsuchtsvollen Wartens, wieder, inklusive vieler Küsse und Umarmungen. Danach ging es gleich mit dem Shuttlebus zur Autovermietung, wo wir uns einen fetten SUV anmieteten. Unsere „Susie“ sollte uns in den folgenden 3 Wochen gute Dienste in puncto Transport und Unterkunft leisten. Nur der Durchschnittsverbrauch von 14 l/100 km war etwas arg (vor allem für die Reisekasse).USA-9

 

Am nächsten Tag ging es los zu unserem ersten Ziel, dem Joshua Tree Nationalpark. Auf dem Weg deckten wir uns mit Campingausrüstung und Lebensmitteln ein und am Parkeingang kauften wir uns gleich eine Jahreskarte für alle Nationalparks der USA. Der Park selbst war wunderschön, eine Halbwüste mit fantastischen Steinformationen und lustigen Squirrels (Eichhörnchen). Gleich am Abend der Ankunft erkundeten wir das Hidden Valley (das verborgene Tal), in dem früher Viehdiebe ihre Beute versteckten. Während die untergehende Sonne die bizarren Felsen beleuchtete, bewunderten wir die verschiedenartige Flora und Fauna, die in dieser Einöde überlebte.

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Nach unserer ersten Nacht im Auto (bequemer als gedacht) machten wir wieder auf in Richtung Osten, zum Lake Mohave. Wir fuhren dabei auf der berühmten Route 66, dem alten Ost-West-Highway der USA, welcher sich durch die Berge der Region schlängelte, um dann wieder für 20 km schnurrgerade im Horizont zu verschwinden. Die Temperaturen stiegen bald auf über 40 Grad Celsius im Schatten. Am Lake Mohave angekommen, mussten wir feststellen, dass das Grün auf unserer Karte nicht gleichbedeutend mit Grün in der Wirklichkeit war. Um den See (Reservoir) gab es nur Staub und Felsen. Außerdem schien der See aufgrund der unzähligen Motorboote und Jetskis unbenutzbar und am Seeufer tummelten sich die Einheimischen, klassisch amerikanisch, in „Zeltstädten“ inklusive Barbeque, Kühlschrank und generatorbetriebenen Mixer. Zum Glück fanden wie noch ein mehr oder weniger einsame Bucht und konnten uns zumindest kurz abkühlen.

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Am kommenden Tag ging es weiter auf der Route 66 in Richtung des Naturwunders Grand Canyon. Die Gegend wurde nun wieder grün, die Temperaturen sanken auf angenehme 24 Grad (der Grand Canyon Südrand liegt auf 2.100 m Höhe) und als wir am Canyonrand ankamen, blieb uns schlicht der Atem weg. Wie alles in Amerika grösser sein muss, ist es wohl auch die Natur. Eine riesige Schlucht tat sich vor unseren Augen auf, deren steile Wände durchsetzt waren von den verschiedenen Farben der Erdzeitalter, die der 1000 m tiefer liegenden Colorado River im Laufe der Jahrmillionen freigelegt hatte. Der Fotoapparat lief heiss, während wir am Canyonrand entlangwanderten. An manchen Stellen konnte man am Grund des Canyons den azurblauen Colorado-River hervorschimmern sehen. Die Wanderung zum Boden des Canyons sparten wir uns, da dort Temperaturen um die 40 Grad herrschten und es insgesamt 25 km mit entsprechenden Höhenmetern gewesen wären. Stattdessen nutzten wir den hervorragenden Shuttleservice des Nationalparks und liessen uns zu den schönsten Aussichtspunkten fahren, von wo wir den Sonnenuntergang genossen.

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Nach einer kalten Nacht am Canyonrand, fuhren wir zum Lake Powell und einer hufeisenförmigen Schleife des Colorado River. Danach machten wir noch einen Abstecher zu den sogenannte Hoodoos, turmartige, durch Erosion entstandene, Felsformationen. Die Tagestemperatur betrug war wieder um die 40 Grad und wir mussten durch ein schattenloses, ausgetrocknetes Flussbett laufen. Doch die Strapazen lohnten sich, den die “Pilzköpfe” sahen wirklich beeindruckend aus. Der klassische amerikanische „Wanderer“ benutzt übrigens, wie wir auf dem Rückweg feststellten, ein Quad-Bike.USA-18

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Am darauffolgenden Tag ging es weiter zum Zion-Nationalpark, welcher uns schon von mehreren Leuten empfohlen worden war. Und sie hatten nicht zuviel versprochen. Sich durch tiefe Schluchten schlängelnde Flüsse, hunderte Meter emporragende Felswände und eine üppige Pflanzen- und Tierwelt boten sich unseren Augen dar. Wir wanderten im Flussbett durch eine enge Klamm und bewunderten die im Sonneuntergang rötlich schimmernden Felsen. Ein echter Traum.

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Das nächste Ziel war zwar kein Naturwunder, dafür aber nicht weniger beeindruckend: Las Vegas, die Stadt der Sünde. Wir hatten über das Internet ein Hotel gebucht, was sich aber bei unserer Ankunft als ein ausgewachsenes Casino entpuppte. Nach einer ausgiebigen Duschsession machten wir uns auch gleich auf zum “Strip”, der Hauptstrasse von Las Vegas, gesäumt von den berühmten Casinos. Nach etwas Sightseeing inklusive Einarmigem Banditen ging es dann zurück zum Hotel. Den darauffolgenden Tag lösten wir erstmal unsere Spielgutscheine ein und gewannen glatt mal 20 $. Die wurden postwendend in das riesige Hotel-Buffett investiert und wir stopften uns so mit Essen voll, bis wir kaum noch aufstehen konnten. Doch eine zweite Nacht in Las Vegas mit noch mehr Spielgutscheinen wartete auf uns und außerdem eine Magiershow vom “berühmten” Chris Angel. Dann wurde es aber Zeit, die Stadt wieder zu verlassen und es ging weiter Richtung Yosemite National Park…

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