Australien

Tasmanien – Von der Weinglass-Bucht in Teufels Küche

Gerade noch so dem Tod durch Natur-Austern entkommen, ging es für die Weltengugger weiter entlang der malerischen Ostküste von Tasmanien. Auf dem Weg nach Süden nutzten wir zumeist den Tasman Highway, der größtenteils gut ausgebaut ist, jedoch nach europäischen Standards eher einer Landstraße ähnelt. Aber bei den fantastischen Eindrücken links und rechts der Straße war das eigentlich egal. Unser nächstes Ziel war der Freycinet National Park auf der gleichnamigen Halbinsel. Hier erwartete uns eine spannende Kombination von kristallklaren Buchten, steilen Klippen und unberührter Natur.

Eines der Wahrzeichen des Nationalparks ist die Weinglas-Bucht, deren Anblick man sich jedoch hart erarbeiten muss. Denn zum Aussichtspunkt geht es steil bergan. Doch die riesigen Granitbrocken und die tollen Ausblicke auf Berge und Meer erleichterten die Strapazen. Und India, unsere kleine Bergsteigerin, beeindruckte uns (und andere) mit ihrer Willenskraft, den Weg alleine zu meistern. Riesige Steineier, zutrauliche Wallabies und natürlich Flaschenreiniger hielten hielten dabei auch die Spannung aufrecht. Leider trübten am Ende Regenwolken den Blick auf die Bucht, doch der Weg selbst war Erlebnis genug.

Als kleine Zugabe ging es danach zu einem Leuchtturm mit Blick auf den wilden Pazifik. Auch hier lieferten die roten Flechten auf den Felsen spannende Farbkontraste zum Grün der Bäume, dem Grau der Steine und dem tiefen Blau des Meeres. Wobei sich letzteres früher manchmal rot färbte. Denn in der Weinglas-Bucht gab es bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine Walfänger-Station und das Blut der  gefangenen Tiere gab der Bucht den eigentlich schön klingenden Namen.

Ebenfalls schön klang unser nächster Stopp, die Friendly Beaches (Freundliche Strände). Auch hier verzauberten uns wieder die intensiven Farben der rauen Natur. Der schneeweiße, menschenleere Strand erstreckte sich bis an den Rand der Berge am Horizont und das aufgewühlte Meer brach sich in meterhohen Gischtwolken an den Felsen. Etwas ruhiger ging es in den kleinen Felsenpools zu, wo wir zahlreiche Wassertiere beobachteten. So verbrachten wir den ganzen Tag hier, ohne dass es einmal langweilig wurde.

Am kommenden Tag ging es zu einer weiteren Sehenswürdigkeit Tasmaniens, dem Three-Cape-Track. Am südlichen Ende der Tasman-Halbinsel gelegen, können hier ambitionierte Wanderer in einer Mehrtages-Tour vom Cape Raoul über das Cape Hauy zum Cape Pillar wandern. Da unsere Zeit begrenzt war, konnten wir nur einen Teil dieser Wanderung angehen, bzw. ging ich (Steffen) allein, da es für India dann doch etwas zu lang gewesen wäre. Nachdem wir mit unserem Van über teilweise ausgewaschene Schotterpisten zum Ausgangspunkt gefahren waren, begann im Nieselregen meine Entdeckungstour.

Doch das schlechte Wetter lieferte auch eine unvergessliche Atmosphäre, denn die uralten Wälder waren in Nebel gehüllt und auch die mehrere hundert Meter hohen Felsklippen waren anfangs noch im Dunst versteckt. Aber je näher ich dem Cape Raoul kam, desto besser wurde die Sicht und am Ende konnte ich die riesigen Basaltsäulen in ihrer ganzen Pracht bewundern. Hätte ich doch nur das Weitwinkel-Objektiv nicht vergessen! Dann wurde es aber Zeit für den steilen Rückweg und es dämmerte bereits, als mich meine liebe Familie etwa 1km vor dem Camp in Empfang nahm und wir gemeinsam zurück liefen. Als grandiosen Tagesabschluss gab es dann einen Besuch in der urigen Holzsauna des Campingplatzes. Herrlich.

Als Etappenabschluss ging es dann in des Teufels Küche (Devil’s Kitchen). Diese Naturformation macht ihrem Namen vor allem bei hohem Wellengang alle Ehre. Dann verwandelt sich das ruhige blaue Wasser in einen schäumenden Pool, in den man besser nicht baden geht. Doch bei schönstem Sonnenscheinwetter blieb alles ruhig und der Teufel holte sich lieber was vom Take-Away-Imbiss, anstatt selbst zu kochen. Wir kochten uns dagegen wieder selbst ein leckeres Abendbrot, bevor es weiter zum Traumhaus unseres Bekannten David ging. Mehr über dieses atemberaubende Haus am Meer erfahrt ihr in unserem nächsten Blog.

Hier gibt es alle Bilder zu unserer zweiten Etappe auf Tasmanien: Von der Weinglas-Bucht in Teufels Küche

 

3 Gedanken zu „Tasmanien – Von der Weinglass-Bucht in Teufels Küche

  1. Was soll ich sagen… ihr wisst um die schoenen Dinge im Leben und dass man sie in vollen Zuegen genießen sollte, solange man die Zeit dazu hat. Be hugged Marcel&Juliane

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