Guatemala

Spanisch am Lago Atitlan

Die ersten Stunden in der Hauptstadt Guatemala City waren für mein weibliches Sicherheitsbedürfnis ein wenig zu viel. Auch ohne zu wissen, dass die Stadt mit ca. 40 wöchentlichen Morden eine der gefährlichsten Städte Mittelamerikas ist, bereitete mir die Gegenwart von Pumpguns alle fünf Meter ein unruhiges Gefühl. Unseren Taxifahrer fragten wir verwundert, warum Motorradfahrer ihr Nummernschild auch auf dem Rücken sowie auf dem Helm tragen. Dieser erklärte uns, dass man aufgrund der vielen bewaffneten Überfälle von Motorradfahrern nur noch allein und mit sichtbaren Nummern auf Weste und Helm fahren darf. Was für ein Einstieg!

Am nächsten Tag ließen wir uns früh am Bus nach Panajachel, am Lago Atitlan absetzen und fuhren ca. 4 Stunden, an unsere Rucksäcke geklammert, im übervollen Bus mit Einheimischen durch die immergrüne Landschaft Guatemalas. Der erste Blick auf den See war atemberaubend.

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Im Hintergrund des dunkelblauen Kratersees ragten drei große Vulkankegel auf, deren Spitzen in den Wolken hingen. In Panajachel bestiegen wir ein Boot, was uns über den recht stürmigen See nach San Pedro de Laguna brachte. Dort fanden wir schnell eine schöne und preiswerte Sprachschule. Wir wurden auch gleich bei einer einheimischen Maya-Familie untergebracht, was uns Unterkunft, Essen und natürlich Konversationsmöglichkeiten bot. Das ganze kostete pro Person inklusive 4 Stunden Privatunterricht an 5 Tagen 80 Euro pro Woche. Der Hammer!

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Das Örtchen selbst war recht übersichtlich und stark auf Backpacker-Touristen ausgerichtet. D.h., es gab viele kleine Bars und Restaurants mit Happy Hour und täglichem Filmprogramm. Doch aufgrund des guten und reichlichen Essens unserer Abuela (spanisch für Oma) aßen wir kaum auswärts und die morgendliche Schule sowie die Hausaufgaben ließen uns die Bars meist nur an Wochenenden besuchen. Dafür gingen wir fleißig im (leider nicht mehr ganz so sauberen) See schwimmen, besuchten den lokalen Markt sowie eine Schokoladen”fabrik” und gingen mit der Abuela in die Kirche zum Singen.

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Außerdem wartete San Pedros Haus-Vulkan auf seine Besteigung… Dieser, ca. 2.700 m hohe Gipfel bot sich quasi jeden Tag unseren Augen dar und so entschieden wir uns schnell, ihn zu erklimmen. Die Reiseagenturen vor Ort rieten aber vor einer Besteigung allein ab, da es schon Überfälle auf Touristen gegeben hatte. Na toll, geht denn das schon wieder los? Also buchten wir einen Tourguide. Der Blick vom Vulkan entschädigte jedoch für alle Unannehmlichkeiten und Ärgernisse.

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Die vierte Woche des Sprachunterrichts ließ ich platzen, da ich unter anderem unserer Nachbarin beim Lampen-Basteln half und für 3 Tage auf die andere Seite des Sees nach San Marco fuhr. Dort hatten wir bereits in den Wochen davor einen Kurs in schwedischer Massage abgeschlossen. Nun wollte ich an 2 Tagen Glaskunst lernen und besuchte ein wunderschönes Yoga- und Meditations-Zentrum.
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Nach dieser wunderschönen und entspannten Zeit am Lago Atitlan ging es nun in die historische Stadt Antigua sowie an die Ostküste nach Livingston.