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Roadtrip durch Japan

Japan stand schon lange ganz oben auf unserer Reisewunschliste. Vor allem, nachdem unsere Reisepläne 2011 aufgrund der Tsunami und der daraus resultierenden Fukushima-Katastrophe zusammenbrachen, schauten wir immer sehnsüchtig auf der Landkarte auf den exotischen Inselstaat. Aber nun in 2018 haben wir es endlich geschafft! Für fünf Wochen erkundeten wir die größeren Städte und Touristenattraktionen mit dem berühmten japanischen Eisenbahnpass. Doch obwohl das japanische Nah- und Fernverkehrssystem sehr gut ausgebaut ist, waren wir doch meist an die klassischen Touristenrouten und -orte gebunden. Für Individualisten wie uns ein echter Dämpfer. Doch glücklicherweise fanden wir nach etwas Recherche eine weitere tolle Möglichkeit, Japan zu erkunden: Wir mieteten einen Campervan!

Und wie schon in Neuseeland und Australien konnten wir nun mit einem eigenen, mobilen Zuhause nach unserem Zeitplan zu Orten abseits von öffentlichen Verkehrsmitteln (und Touristenmassen) fahren. Und besser noch: wir konnten anhalten und kostenlos übernachten, wo immer wir wollten! Denn in einem Wohnmobil in Japan zu schlafen ist extrem einfach und sicher. Es gibt viele offizielle Rastplätze – so genannte Michi-no-Ekis, die meistens eine Toilette, Wifi, Getränke, Essen und Informationen über die Gegend bieten. Auf dieser Webseite könnt ihr diese Rastplätzen finden und die Suche nach speziellen Anforderungen oder Kriterien filtern: https://www.michi-no-eki.jp/stations/searche. Aber eigentlich kann man in Japan fast überall schlafen, wo man möchte. Solange man überall Respekt zeigt und alles sauber hält, wird niemand etwas dagegen haben. Zumindest haben wir das so erlebt.

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Darüber hinaus finden man im ganzen Land sogenannte „Onsen„. Dies sind heiße Quellen in denen man sich waschen, baden und entspannen kann. Einfach himmlisch. Da Japan ein vulkanisch aktives Land ist, hat es Tausende dieser fantastischen Badehäuser. Die japanische Badekultur muss man einfach erlebt haben und ist mit nichts zu vergleichen. Wenn es keine heißen Quellen gibt, gibt es in Städten oft „Sentōs„, was eigentlich fast das Gleiche ist, nur dass diese Badehäuser kein Wasser aus natürlichen heißen Quellen haben und es stattdessen selbst erhitzen. Dafür bieten die Sentōs oft verschiedene Becken, Massagedüsen und Saunen. Insbesondere da die meisten Wohnmobile in Japan keine eigene Toilette oder Dusche haben, machten wir von diesen Badeanstalten gern Gebrauch. Eine gute Ausrede um zu Entspannen. Aber seid vorsichtig! Öffentliche Bäder lassen oft keine Tattoos zu! Wir haben daher für Steffen eine große Rolle Pflaster gekauft und damit seinen Oberarm verziert 😉 Es war wahrscheinlich offensichtlich, was sich unter dem Pflaster befindet, aber die respektvollen Japaner haben es toleriert. Die Kosten für Onsen oder Sentōs betrugen in der Regel 300 bis 1000 Yen (2,40 bis 8 Euro) – also völlig erschwinglich. Unsere Tochter Inda (mit 4 Jahren) kam oft sogar kostenlos hinein.

Bei der Wahl unseres Vermieters hatten wir uns nach einer langen Recherche für JapanCampers entschieden, welche wir definitiv empfehlen können. Denn sie sind nicht nur professionell, preiswert und bieten gut ausgestattete Autos, sondern das Team von Japan Campers spricht Englisch! Ein wichtiger und nicht selbstverständlicher Service, der aber wirklich sehr wichtig in Japan ist. Der Manager selbst kommt aus Neuseeland und alle Angestellten, mit denen wir zu tun hatten, sprachen fließend Englisch. Einige andere Mietwebseiten, die wir bei unserer Recherche fanden, hatten zwar auch eine englische Version, aber beim Lesen der Homepage war bereits klar, dass die Kommunikation schwierig wird. Dies bestätigte sich dann auch im nachfolgendem Email-Verkehr. Aber dank der Empfehlung von anderen Reiseblogs hatten wir das Glück, dass wir JapanCampers in der Nähe des Narita Flughafens von Tokio gefunden hatten. Die Angestellten holten uns vom örtlichen Bahnhof ab und brachten uns auch nach der Reise dorthin zurück. Kommunikation war nie ein Problem und jeder versuchte immer sein Bestes, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen. So fühlten wir uns eher wie Freunde anstatt als Kunden. Ganz wichtig natürlich: preislich waren sie auch die Günstigsten, die wir fanden.

Wir mieteten den Mid-Size-Campervan – einen Mazda Bongo mit Pop-up-Dach (hochklappbar) für 20 Tage und hatten die Zeit unseres Lebens. JapanCampers stellte uns nicht nur den Transporter zur Verfügung, sondern auch die komplette Ausstattung (zB Bettwäsche, Kochutensilien, Tisch, Stuhl, Lampen, Reisebücher) sowie ein I-Pad zur Routenplanung und mit sehr hilfreichen Apps. Und alles, was man noch so brauchte, gab es preiswert in den zahlreichen 100-Yen-Shops. So waren wir wunschlos glücklich und genossen die vielseitigen Orte entlang unserer eigenen Reiseroute ohne jeglichen Zeitdruck. Hier ist ein kleines Video von unserem Roadtrip:

Hier ein paar wichtige Tipps zum Fahren in Japan: Als erstes es ist gut zu wissen, dass, wenn man in Japan schneller als mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 bis 60 km/h vorankommen will, meist Mautstraßen (mit 100 km/h) nutzen muss. Aber da wir etwas mehr Zeit bei der Hand hatten, versuchten wir diese so weit wie möglich zu vermeiden, da sich sonst schnell mal über 50€ am Tag akkumulieren. Außerdem sollte man beachten, dass in Japan Linksverkehr herrscht und dass die Straßen oft sehr, sehr eng sind. Aber da Japaner auch im Straßenverkehr sehr rücksichtsvoll sind und Steffen gewohnt war, einen Van in Australien auf der linken Seite zu fahren, hatten wir keine Probleme.
Mit dieser Sicherheit konnten wir uns bei unserer Reiseplanung auf Orte in der Natur und abseits der touristischen Pfade konzentrieren. Denn wenn man den urbanen Moloch von Japan’s Städten hinter sich lässt, warten eine Fülle von Wander- und Pilgerwegen, umgeben von herrlicher Natur und Nationalparks. Wir erlebten weiße Strände, felsige Küsten, schneebedeckte Berge, Vulkane und mystische Wälder. Da wir unseren Roadtrip stressfrei genießen wollten, hatten wir unsere Route auf drei Hauptziele minimiert. Zuerst fuhren wir zur Halbinsel Izu. Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem der fünf Seen, die den berühmten Vulkan Fuji umgeben. Dort verbrachten wir unsere erste Nacht im Van mit dem wohl besten Blick, den man sich wünschen kann. Nach der Halbinsel Izu ging es zur Halbinsel Kii und dann in die Berge zu den Japanischen Alpen. Ausführlichere Details über unsere Reise zu diesen drei Zielen könnt ihr bald in unseren kommenden Posts lesen.

Japan ist auch berühmt für sein wunderbares Essen. Obwohl unser Budget ziemlich schmal war und wir häufig selbst kochten, genossen wir die vielen verschiedene Gerichte der japanischen Küche. Das Essen im Allgemeinen war wirklich lecker und lag meist nie schwer im Magen. Wir waren begeistert von unseren Ramen Suppen, aßen viel Sushi und probierten viele verschiedene Dinge an den Straßenständen. Auch die berühmten Bentos, also fertig zubereitete Essenboxen, standen häufig auf unserem Speiseplan. Diese gibt es in jedem kleinen Supermarkt wie SevenEleven oder Familiymart, welche man an jeder Ecke findet. Aber wir müssen gestehen, wir konnten uns nicht an all die verschiedenen Geschmäcker Japans gewöhnen, wie z.B. Nattō.

Aber nicht nur Japans atemberaubende Natur und das unglaubliche Essen sind außergewöhnlich. Besonders Nippons einzigartige Kultur ist einfach überwältigend! Überall gibt es Tempel und Schreine und Religion ist immer noch ein großer Teil des japanischen Alltags. Wir glauben, dass die Bewahrung von Kultur und Tradition zusammen mit der japanischen Einstellung zu Respekt, Japan zum sichersten und entspanntesten Reiseland macht. Es ist eine Erfahrung, die wir in keinem anderen Land vorgefunden haben. (Und wir haben viel gesehen!) Die meisten Japaner lächeln einen an und wir wurden mit einer überwältigenden Gastfreundschaft verwöhnt. Das Beste war jedoch das Reisen in Japan mit Kind! India fühlte sich wie eine Prinzessin und bekam Schals, Origami, Getränke, Süßigkeiten und jede Menge freundliche Lächeln und Aufmerksamkeit geschenkt. Es war ein Roadtrip, den wir alle nie vergessen werden!

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