Kolumbien

Medellin und Umgebung

Endlich ist es wieder soweit, die weite Ferne hat uns wieder. Diesmal sollte es jedoch eine andere Reiseerfahrung werden. Denn während wir bisher meist zu zweit auf individuellen Spuren unterwegs waren, ging es diesmal gemeinsam mit einem gleichaltrigen Pärchen samt ihrem zehn Monate alten Kind auf Tour durch Kolumbien. Zuerst stand Paulinas und Albertos Heimatstadt Medellin auf dem Programm. Dort landeten wir mit dem Flugzeug aus Miami (wo wir 3 Stunden Durchreiseprozedere durchmachen mussten) und wurden von unseren erst in Thailand und später in Paris lieb gewonnenen Freunden abgeholt. Sie fuhren uns zu ihrem Appartement am Hang des Áburra-Tals, von wo wir einen tollen Blick auf die darunterliegende Stadt hatten.

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Auch in den kommenden Tagen sollte uns das früher als Drogenhaupstadt verrufene Medellin in seinen Bann ziehen. Denn nach dem Ende der Kokainmafia setzt die kolumbianische Regierung alles daran, das angekratzte Image ihres Landes aufzupolieren. Und es war wieder verblüffend zu erleben, wie normal es hier zugeht, allen Gerüchten und Warnungen zum Trotz. So erkundeten wir die Stadt gemeinsam mit Geocachen, Essen in leckeren Restaurants und beim Besuch interessanter Kinderbetreuungseinrichtungen. Dazu lernten wir auch Albertos und Paulinas tolle Familien kennen und hatten ein gemeinsames BBQ.

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Dann hieß es zum ersten Mal Rucksack packen, denn auch die Umgebung Medellins wollte erkundet werden. Bei einem Tagesausflug verschlug es uns in das heiße Santa Fe de Antioquia, ein früheres Kolonialstädtchen an den Ufern des Cauca und des Tonuscos. Nachdem wir als Erstes den örtlichen Marktplatz und dessen exotisches Warenangebote  unter die Lupe genommen hatten, stärkten wir uns mit einem traditionellen kolumbianischen Essen (sehr gehaltvoll) und kühlten unsere Kehlen mit einem einheimischen Bier (sehr schmackhaft).

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Frisch gestärkt erkundeten wir die beiden anliegenden Flüsse und wollten unseren zweiten kolumbianischen Geocache heben. Nachdem sich der erste Fluss nach einer aufregenden Jeep-Fahrt als mehr oder weniger ausgetrocknet herausstellte, bot uns der Cauca einen atemberaubenden Anblick. Auch dank der riesigen, jedoch recht nostalgisch anmutenden Hängebrücke, die seine weit entfernten Ufer verband. Trotz mehrerer fehlender Planken ließen wir es uns nicht nehmen, einmal auf der anderen Flussseite vorbeizuschauen. Leider blieb uns der Geocache trotz waghalsiger Klettereinlage verwehrt, der Blick vom Felsrand auf Fluss und Brücke ließ aber jegliche Enttäuschung schnell verfliegen.

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Nach unserer Rückkehr nach Medellin blieb wenig Zeit zum Ausruhen, denn das nächste Ziel stand bereits auf dem Plan. Diesmal sollte es in die Berge gehen, genauer gesagt nach Jardin. Diese ebenfalls ehemals koloniale Stadt ist vor allem durch den Kaffeeanbau geprägt, doch versprühten vor allem die kleinen Gassen und die reich verzierten Häuser einen besonderen Charme. Wenn dann noch die Kaffeebauern auf ihren Pferden durch die Stadt ritten, fühlte man sich gleich um ein paar Jahrhunderte zurückversetzt. Einen ganz anderen Charme versprühte bei Nacht dagegen der Marktplatz vor unserem Hotel. Dieser verwandelte sich nämlich bis etwa zwei Uhr in der Frühe in eine Dorfdisko, während wir mit Magenproblemen um Schlaf rangen.

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Glücklicherweise ging es uns schon am darauf folgenden Tag wieder besser und wir konnten die schöne Natur um Jardin (Spanisch für Garten) erkunden. Neben der Fahrt mit einer privat gebauten Seilbahn und dem Besuch einer Zuckerbrotbäckerei, war das spannendste jedoch ein Bad im Fluss sowie eine Dusche unter einem Wasserfall. Noch spannender wurde es dann sogar, als uns ein recht exzentrisch wirkender Typ eine Tour in seiner in sieben Jahren Handarbeit geschaffenen Höhle anbot. Neben süßen kleinen Fledermäusen war es vor allem die Geschichte und die Pläne des Mannes, die uns beeindruckten. Wieder heil aus der Höhle entkommen, gönnten wir uns zum Abschluss noch einen leckeren Eiscafé in einem von Jardins zahlreichen Cafés und so konnte die Rückfahrt nach Medellin beginnen.

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