Kolumbien

Farmerleben

Als nächste Reiseziele standen zwei Farmbesuche auf dem Programm. Zuerst ging es zur Milchkuhfarm von Albertos Vater ins kolumbianische Hochland bei Labores. Auf einer durchschnittlichen Höhe von 2600 Metern gelegen, waren hier die klimatischen Bedingungen ähnlich wie in Deutschland. Das heißt recht kühl und feucht. Entsprechend regnete es auch bei unserer abendlichen Ankunft am Farmhaus, was die Überquerung der zum Haus führenden, selbstgebauten Hängebrücke nicht gerade einfacher machte. Aber alle kamen heil auf der gegenüberliegenden Seite an und wir konnten bei recht kühlen Temperaturen ein gemeinsames Raclette genießen.

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Am kommenden Tag erkundeten wir dann etwas die Landschaft und die buntgescheckten Kühe auf der Weide. Besonders schön wurde es, als wir ein erst wenige Stunden altes Kälbchen und seine liebevolle Mutter beobachten konnten. Für die Männer stand dann die Besteigung des über 3.000 Meter hohen Hausberges an. Durch Schlamm, dichtes Unterholz und viele Spinnweben kämpften wir uns nach oben und konnten vom Gipfel einen tollen Blick auf die hügelige Landschaft  werfen, die wegen ihrer Unwegsamkeit lange Zeit ein wichtiges Rückzugsgebiet der Farc-Guerillas war. Zum Abschluss stand eine Reittour zu einer weiteren Farm an, wobei Steffen „nur“ mit einem Muli abgespeist wurde. Wahrscheinlich traute man ihm nicht zu, eines der heißblütigen Pferdchen zu reiten. Wobei so ein Muli auch gut abgeht. Hühott!

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Nach Labores ging es weiter nach Norden in die kolumbianische Pampa, genauer gesagt nach Ayapel. Dieses kleine Örtchen liegt an einem riesigen Feuchtgebiet mit Seen, Flüssen und Sümpfen. Auf den zahlreichen kleinen und großen Inseln dazwischen haben sich viele wohlhabende Kolumbianer ihre Feriendomizile gebaut, teilweise, wie bei Alberto, mit angrenzender Mangofarm. In Medellin hatte Alberto zwar noch entschuldigend gemeint, dass farmeigene Motorboot sei gerade in Reparatur und nur das kleine Boot verfügbar. Aber das „Kleine“ sollte sich als vollkommen ausreichend für uns erweisen.

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Genauso wie die Farm. Besser gesagt dachten wir bei unserer Ankunft, wir sind im falschen Film. Während die Labores-Farm schon sehr schön eingerichtet gewesen war, fühlten wir uns in Ayapel wie in einem Luxusressort. Swimmingpool, zwei Köchinnen, ein Gärtner und ein Bootskapitän, dazu unglaublich leckeres Essen (etwa Pizza aus einem Steinofen, der ehemals ein Termitenbau war), viele Mangos und vor der Haustür eine fantastische Naturlandschaft: Einfach himmlisch. Letztere galt es dann auch sofort mit dem Boot zu erkunden und unsere Kamera stand mal wieder nicht still.

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Doch auch für Wassersportler gab es genug zu tun. So wurde der Farm-Jet-Ski in allen Variationen ausgiebig genutzt und Steffen kam sogar mal wieder zum Wakeboarden. Die schwangere Franka durfte das aber nicht mehr. Da sie dehalb ganz traurig am Ufer stand, durfte sie sich dann zumindest auf dem Jet-Ski  etwas austoben. Gemächlicher ging es am kommenden Tag bei einem morgendlichen Angelausflug zu. Etwas zu gemächlich, denn wir fingen nichts. Aber die atemberaubende Landschaft war Belohnung genug.

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Am kommenden Tag schauten wir uns noch Albertos Mangofarm an, wobei die Bäume noch zu jung waren, um bereits Früchte zu tragen. Entsprechend mussten wir beim Nachbarn klauen. Einen besonders schönen Abschluss fand unser Ayapel-Besuch mit dem positiven Schwangerschaftstest von Paulina. Diese freudige Botschaft feierten wir gleich mit einer Sunset-Bootstour inklusive Schummel-Max-Spiel und einem abschließenden Bad im wohlig warmen Wasser.

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Dann waren unsere Tage in Ayapel leider schon gezählt. Aber zum Glück wartete ja noch mehr Spannendes auf uns.