Ruanda

Besuch bei den Verwandten

Ruanda, das „Land der tausend Hügel“, beeindruckte uns sofort mit seiner wunderschönen, grünen Landschaft und seinen freundlichen Bewohnern. Die Straße nach Kigali, der Hauptstadt Ruandas, schlängelte sich durch immer neue Täler, deren Hänge terrassenartig kultiviert waren und wie immer winkten uns die Menschen vom Straßenrand zu. In Kigali angekommen, beschäftigten wir uns erst einmal mit dem dunkelsten Kapitel der ruandischen Geschichte, dem Völkermord der Hutu an den Tutsi. 1994 wurden in 100 Tagen des Wahnsinns über eine Million Männer, Frauen und Kinder systematisch und unglaublich brutal ermordet, während die Welt zusah. Eine ergreifende Gedenkstätte im Herzen Kigalis führte uns das Leid der Menschen vor Augen und erinnerte daran, wie schnell Intoleranz und Haß in eine Katastrophe münden kann. Tief bewegt setzten wir uns wieder in den Truck und erreichten am Abend den Parc National de Volcanos, einer der letzten Plätze der Erde, um Berggorillas sehen zu können. Wie der Name schon suggeriert, wird die Landschaft dieser Gegend von mehreren, bis zu 4000 Meter hohen Vulkankegeln dominiert, an deren Hängen die Gorillas leben.

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Am sogenannten G-Day wurden wir am frühen Morgen mit dem Jeep abgeholt und als erstes ging es ins Ranger-Hauptquartier, wo wir von einer mitreisenden Trommel- und Tanzperformance wachgerüttelt wurden. Danach gab es eine kleine Einführung in das Leben der Gorillas und uns wurde eine der zehn Gorilla-Familien zugeteilt. Der Jeep brachte uns noch ein kleines Stück näher an die Gorillas, doch dann hieß es, den Vulkankegel aus eigener Kraft besteigen. Wir hatten aber Glück und schon nach anderthalb Stunden erreichten wir unsere Familie mit dem Namen „Ugenda“. Die Aufregung auf unserer Seite war natürlich groß, wogegen die Gorillas sehr entspannt wirkten. Der Dschungel war leider recht dicht und die Familie beständig auf Nahrungssuche, sodass wir ihnen immer wieder durchs Unterholz folgen mussten.

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Doch der Anblick dieser wundervollen Wesen und ihre so menschliche Interaktion, war ein unvergessliches Erlebnis. Vor allem der Silberrücken, der Chef der Familie, mit seiner majestätischen doch irgendwie liebevollen Art, beeindruckte uns sehr. Leider war die Stunde, die man mit den Gorillas verbringen darf, viel zu schnell vorbei und schweren Herzens verabschiedeten wir uns von unseren neuen Freunden. Doch vielleicht kehren wir ja eines Tages zurück.

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Zum Abschluss unseres Ruanda-Aufenthaltes war es uns noch vergönnt, eine Massenhochzeit in einer lokalen Kirche miterleben zu dürfen. Zwar wirkten nicht alle Brautpaare super glücklich, doch das bunte Treiben hunderter Hochzeitsgäste war ein Erlebnis für sich.

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Unser kurzer, aber ereignisreicher Besuch in Ruanda war nun vorüber und wir machten uns auf nach Tansania, wo uns die Tiere der Serengeti erwarteten…

Ein Gedanke zu „Besuch bei den Verwandten

  1. Schoener Artikel und tolle Fotos. Eure Reisebegleiter sehen ja auch ganz nett aus. Noch viele tolle weitere Erlebnisse.

    LG

    Marcel & Juliane

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