Australien

Auf nach Tasmanien – Die Bucht der Feuer

Wer schon einmal nach Australien oder Neuseeland geflogen ist, weiß sicherlich, dass die Quarantäne-Vorschriften hier sehr streng sind. Kein Wunder, denn eingeschleppten Pflanzen und Tierarten richten hier verheerende Schäden an der heimischen Flora und Fauna an. Doch auch zwischen den einzelnen australischen Staaten gibt es solche Quarantäne-Grenzen. So dürfen etwa keine frischen Lebensmittel vom australischen Festland nach Tasmanien eingeführt werden. Dies war uns zwar bewusst, doch zumindest für die 9 1/2 stündige Überfahrt hatten wir uns leckere Sandwichs geschmiert, die wir dann schön vor unserer Ankunft auf der wilden Insel verzerren wollten. Leider falsch gedacht, denn der Zoll kontrollierte uns schon vor der Einfahrt in den Bauch der beeindruckenden Fähre „Spirit of Tasmania„. So mussten wir spontan neben unseren vollen Müsli-Schüsseln auch noch ein paar extra Schnitten in uns reinstopfen. Denn Essen wegwerfen geht bei uns „Ossis“ ja nicht.

So ging es mit übervollen Mägen auf die oftmals sehr raue Fahrt über die Bass-Straße. Doch glücklicherweise hielten sich die Wellen in erträglichen Grenzen und trotz leichter Dauerübelkeit mussten die Bordtoiletten nur im Zusammenhang mit den üblichen Geschäften aufgesucht werden. Auch sonst war die Fahrt mit der erst kürzlich modernisierten Fähre recht angenehm. Es gab Kinderunterhaltung, ein Bordkino und ausreichend bequeme Sitzmöglichkeiten. So verging unser Tag auf dem Schiff „wie im Fluge“ (hahaha) und am frühen Abend erreichten wir Devonport. Trotz eines nun langsam einsetzenden Hungergefühls waren wir noch fit genug, um mit unserem Van „Kifaru“ zu einer kostenlosen Übernachtungsmöglichkeit hinter einem kleinen Hotel/Pub in Railton zu fahren.

Nach einer schönen heißen Dusche ging es am kommenden Morgen nach Launceston, der zweitgrößten Stadt Tasmaniens. Hier besichtigten wir die Katarakt-Schlucht, ein enges, steiniges Tal, durch das früher, vor dem Bau eines Staudamms, nach starken Regenfällen haushohe Fluten schossen. Nun schwimmen, wandern und gondeln hier Einheimische und Touristen, inklusive uns. Danach war es an der Zeit, die einmalige Natur Tasmaniens zu erkunden. Los ging es bei unserem nächsten Schlafplatz, welcher bei unserer nachmittäglichen Ankunft durch den Rauch eines nahen Waldbrandes in ein düster-gelbes Licht getaucht war. Doch wir ließen uns von der Stimmung nicht abhalten und wanderten noch eine Runde zu einem nah gelegenen Wasserfall sowie zu einer Pferde+Alpaca-Koppel, wo wir einen ganz besonderen Sonnenuntergang genossen.

Nach einem leckeren Mozza-Toma-Frühstück ging es in den „temperierten Regenwald“ von Tasmanien, der hier dank des reichlichen Niederschlages gedeiht. Mit Moos überwucherte Bäume und riesige Farnpflanzen ließen ein echtes Gondwana-Gefühl aufkommen und man vermutete hinter jeder Wegbiegung einen Dinosaurier. Doch India ließ sich nicht beirren und sprang fleißig von Baumstamm zu Baumstamm.

Einen krassen Kontrast dazu bildete danach die Küstenlandschaft der Bay of Fires (Bucht der Feuer). Der blütenweiße Sandstrand, das azurblaue Wasser und die von Flechten rot gefärbten Steine vermittelten das Gefühl von Karibik, doch die kühlen Temperaturen erinnerten uns dann doch recht schnell wieder an die arktische Nachbarschaft. Doch mit Jacke und Mütze ausgestattet, ließ es sich India nicht nehmen, erst mal eine Runde in diesem wunderschönen Sandkasten zu spielen.

Etwas weiter entlang der Küste eröffneten sich immer wieder neue Blicke über kleine weiße Sandbuchten und in Kombination mit dem roten Moos und dem bergigen Hinterland ergaben sich unvergessliche Eindrücke. Der Höhepunkt war dann der kostenlose (!) Campingplatz am Sloop Reef, mit einem fantastischen Ausblick über die steingesäumte Bucht und den wilden Pazifik. So schmeckte das Abendbrot gleich noch leckerer.

Als passionierter Fotograf hieß es am kommenden Morgen natürlich, zeitig aufzustehen, um den Sonnenaufgang über der Bucht einzufangen. Der Wettergott spielte auch mit und sandte ein paar schöne Fächerwolken, welche den Himmel in gelb-orangenes Feuer tauchten. Ach ja, da war ja noch was: Der Name „Bucht der Feuer“ basiert nicht auf den roten Steinen oder den tollen Sonnenaufgängen, sondern auf den Kochfeuern der (nun ausgerotteten) Ureinwohner, die Kapitän Tobias Furneaux beim Vorbeisegeln im Jahr 1773 sah.

Zum Abschluss unserer ersten Tasmanien-Etappe wollten wir etwas Einheimisches auf den Tellern haben und gingen deshalb auf Austernsuche. Und wir wurden schnell fündig. Mit Schraubendreher und Messer bewaffnet ernteten wir fleißig die teuren Muscheln von den Felsen und machten uns in einem kleinen Toilettenwaschbecken ans Saubermachen. Als wir dann nach insgesamt 2 Stunden fertig waren und gerade den Kochtopf anschmeißen wollten, kam ein Einheimischer vorbei und meinte, aufgrund einer speziellen Alge seien die Austern hier tödlich. Das verdarb uns dann etwas den Appetit, und so gab es statt Austern eben Büchsensardinen zum Mittag. Auch lecker…

 

Hier findet ihr alle Fotos aus dem Beitrag und noch viele mehr: Tasmanien – Von Launceston zur Feuerbucht

 

6 Gedanken zu „Auf nach Tasmanien – Die Bucht der Feuer

  1. Hallo Ihr Lieben,
    alles gute für 2018, Gesundheit und noch viele schöne Abenteuer wünschen wir Euch. Ein schöner Bloggeintrag wieder, der uns träumen lässt………………….

    Allerdings war der Namensgeber der Bay of fires nicht Cpt. Cook, sondern ein anderer names Furneaux (Wiki). Wir sind nur stutzig geworden, weil ja Feuerland in SA auch seinen Namen auf Grund einer gleichen Beaobachtung bekam. Das war dort allerdings Cpt. Magellan.

    Passt schön auf Euch auf und gebt acht auf Schlangen. In Tasmanien hatten wir die Begegnung mit einer Black Tiger Snake. Die sind lang und sehr giftig. Aber schön.

    Liebe Grüße aus dem langweiligen D.

    Juliane & Marcel (JaM)

    1. Hallo Juliane & Marcel,

      es ist schön, solche treue und vor allem aufmerksame Leser zu haben 🙂 Natürlich hast du Recht, es war nicht Kapitäm Cook sondern Kapitän Furneaux, der dieser Naturschönheit den Namen verlieh. Irgendwie ist der erstgenannte aber immer so präsent hier in Australien, da nimmt man ihn schnell mal für alles. Seid gedrückt und wir beeilen uns mit dem nächsten Blog.

  2. Hallo Weltenbummler,
    viele Grüße auch vom Basic. Bei mir ist es schon so lang her, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es in Tasmanien und generell Downunder aussieht. Danke für den Refresh 🙂
    Ich habe gleich mal Weber der Giftaustern geschaut, die Euch das Rockefeller eine vermießt habe….
    http://www.spektrum.de/magazin/giftalgenblueten/821861
    Fiese Burschen die Algen.

    Schönen Trip und ein tolles 2018 noch!

    Basic

    1. Danke Basic für deinen Kommentar. Es freut uns, wenn wir dir wieder ein paar Erinnerungen wachrufen konnten. Und ja, die Algen sind fies, aber sie reihen sich ja in eine lange Kette von fiesen Tieren hier in Oz ein 😉

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