Australien

Ab ins Mittelgebirge – Von Adelaide zur Great Ocean Road

Endlich raus aus der Stadt! Nach über zwei Wochen in Adelaide konnten wir es kaum erwarten, wieder die Weite Australiens zu erleben. Denn so schön und entspannt Südaustraliens Hauptstadt auch sein mag, wir bevorzugen das ländliche Flair und Naturerlebnisse. So hatten wir uns auf unserem Weg zur berühmten Great Ocean Road für einen kleinen Umweg entschieden, der uns zu den Grampians, einem Gebirge im Herzen des Bundesstaates Victoria führte. Auf dem Weg dorthin mussten wir jedoch einen entfernungsbedingten Zwischenstopp an einem kleinen See einlegen, der aber wieder einmal zeigte, wie wunderschön kostenfreie Campingplätze sein können.

Nach einer weiteren Nacht am Rande des Grampian Nationalparks genossen wir dann erst einmal unser Frühstück am der Raststätte „Zumstein“, einem ehemaligen Campingplatz, geschaffen vom deutschen Einwanderer Walter Zumstein. Am Rande eines kristallklaren Baches gab es Müsli in der Morgensonne. Frisch gestärkt ging es danach auf zu einer Wanderung zum MacKenzie Wasserfall, einer längeren Wasserkaskade die mit einem breiten Wasserfall in eine Art Talschüssel endet. Hier setzten wir uns erst einmal in den Schatten und verputzten vor dieser beeindruckenden Kulisse unsere mitgebrachten Sandwichs bzw. Schnitten.

Nach der Rückkehr zum Van fuhren wir zu einem nahe gelegenen Aussichtspunkt mit einem fantastischen Blick über unberührte Natur. Nach den ganzen Bergfahrten bedurfte es aber neuer Nahrung für Mensch und Maschine und so begaben wir uns zum zentralen Anlaufpunkt der Grampians, in das kleine Dorf Halls Gap. Hier gab es Diesel für Kifaru und Nudeln mit Tomatensoße sowie Gelbhaubenkakadus für uns (letztere aber nur als Zuschauer). India konnte es sich da natürlich nicht verkneifen, entgegen aller Nationalparksregeln und der Ermahnungen der Eltern, ein paar Nudeln für ihre niedlichen Freunde fallen zu lassen.

Nach einer erholsamen Nacht erwartete uns am nächsten Tag der Besuch im Wonderland, einem Felsenlabyrinth, welches uns stark an die heimische Sächsische Schweiz erinnerte. Eine Klettergruppe, die sich gerade an dem stark erodierten Sandstein entlang hangelte, machte den Eindruck perfekt. Leider fehlte uns die Ausrüstung fürs Klettern und auch die brütende Hitze machte zusätzliche sportliche Aktivitäten unwahrscheinlich. So freuten wir uns umso mehr über die „Kühlkammer“ am Wegesrand, eine kleine Grotte, in der es glatt 10 Grad kühler war (also angenehme 30 Grad).

Als Tagesabschluss ging es dann zu einem nahe gelegenen Stausee, dessen niedriger Wasserstand einen bizarren Wald aus toten Bäumen freigelegt hatte. India interpretierte das staubige Ufer gleich als riesigen Sandspielkasten und während ich sie beim Buddeln im Auge behielt, ging Franka auf Fotosafari. Ein erfolgreiches Unterfangen, denn trotz der kargen Uferlandschaft gab es hier eine reichhaltige Fauna, bestehend aus einem Fischadler, einer Emufamilie, zwei riesigen Kängurus und einem Hirsch.

Nach einer weiteren Nacht am Rand des Nationalparks hieß es nun Kilometer schrubben, denn unser Zeitplan war knapp. In vier Tagen wollten wir auf der Fähre nach Tasmanien sein und dazwischen lag noch die einzigartige Great Ocean Road, die natürlich ausgiebig erkundet werden wollte. Da dieses Naturwunder jedoch eines eigenen Blogs bedarf, gibt es hier nur einen kurzen Vorgeschmack in Form der Bay of Islands, einer großen Bucht gespickt mit teilweise grazilen Felseninseln. Wir konnten uns kaum satt sehen und jeder neue Aussichtspunkt schien einen noch tolleren Blick auf die wellenumbrandeten Felsnadeln zu geben. Doch mehr dazu im kommenden Bericht. Bis dahin.

Hier findet ihr alle Fotos zu diesem Beitrag: Von Adelaide zur Great Ocean Road