Australien

Ab durch die Wüste – Von Dubbo nach Adelaide

Manchmal ist eine Klimaanlage die beste Erfindung auf Erden. Besonders, wenn man keine besitzt und während einer 40+ Grad-Hitzewelle im Campervan durch das australische Outback düst. Doch auch dies gehört zur Down-Under-Erfahrung und so kurbelten wir unsere Fenster runter und versuchten durch den Fahrtwind zumindest etwas Abkühlung auf unserer 1.200 Kilometer weiten Reise zu unseren kolumbianischen Freunden in Adelaide zu bekommen. Da wir während unserer Mittagspause jedoch auf keinen Fahrtwind hoffen konnten, mussten wir ein schattiges Plätzchen finden. Gut, dass ein riesiger Sonnenschirm am Wegrand lag…

Denn obwohl das Parks Radioteleskop eher für die Sternbeobachtung gedacht ist, war sein klimatisiertes Besucherzentrum ein echter Segen, und interessant noch dazu. Denn die im Volksmund „The Dish“ genannte, riesige Parabolantenne spielte die eine entscheidende Rolle bei der Fernsehübertragung der 1. Mondlandung von Apollo 11 im Jahre 1969. Damals lief nämlich ein Großteil der Live-Fernsehübertragung über diesen Empfänger in der Australischen Wüste, da hier das Signal am stärksten war. Eine interessante historische Anekdote über den „Dish“, die im gleichnamigen australischen Spielfilm auf amüsante Art und Weise verarbeitet wurde.

Unser Lunch Break am darauf folgenden Tag führte uns noch weiter in die Vergangenheit zurück, und zwar zum Ende des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit entstand nämlich der weitläufige Gebäudekomplex des Yanga Siedlerhofes, gelegen am gleichnamigen See. Zu dieser Zeit war die Yanga Station mit 85.000 Hektar die größte Privatfarm in der südlichen Hemisphäre. 2005 kaufte die Regierung von New South Wales das Land und den leerstehenden Hof, welcher nun als eindrucksvolles Anschauungsobjekt über die Pionierzeit im australischen Outback fungiert.

Noch spannender als jegliche menschengemachte Attraktion sollte dann aber wieder die Natur sein. Diese konnten wir ganz für uns allein im Murray-Sunset Nationalpark bewundern. Los ging es mit den Salzseen, auch Pink Lakes genannt. Die Seen erhalten ihren Namen von der charakteristischen Färbung, die entsteht, wenn in den Seen ansässige Algen (Dunaliella salina) bei steigendem Salzgehalt zunehmend Beta-Carotine absondern. Am deutlichsten tritt die Färbung Ende des Sommers bei bewölktem Himmel oder in der Dämmerung zu Tage. Bei uns war die Salzkruste der Seen jedoch eher weiß und kaum gefärbt.

Schön, dass uns da die ansässigen Tiere zu interessanten Erfahrungen verhalfen. Zum einen waren da die Kängurus, die wir bei unserer Safarifahrt (mit India am Steuer) am Wegesrand und im Gebüsch bewundern konnten. Zum anderen waren es die etwa 1 Milliarde Fliegen, die über uns herfielen, sobald wir uns außerhalb des Vans befanden. So können wir nun nachvollziehen, wie sich etwa eine Kuh im Sommer fühlt. Nach unserem Abendessen im Kifaru wurden wir noch mit einem unglaublichen Sonnenuntergang und einem klaren Sternenhimmel über den Salzseen belohnt.

Nach fünf heißen Tagen hatten wir es endlich geschafft, und wir kamen in der südaustralischen Hauptstadt Adelaide an, wo wir uns auf eine entspannte Zeit mit unseren Freunden in deren wunderschönen Strandhaus freuten. Doch das Schicksal sollte uns aufregendere Tage verschaffen, als gedacht. Denn während ihres Heimaturlaubes in Kolumbien war im Haus von Alberto und Paulina ein Rohr im oberen Stockwerk geplatzt und die Wassermenge hatte die Zwischendecke einstürzen lassen. So trafen wir uns auf einem nahe gelegenen Campingplatz, wo wir die ersten anderthalb Wochen zu siebent in einem Bungalow verbrachten.

Hier geht es zu allen Fotos unserer Fahrt durch die Wüste: Von Dubbo nach Adelaide

 

Zwischen den darauf folgenden Umzügen in einen größeren Bungalow, in ein größeres Ausweichhaus und schließlich zurück ins noch ramponierte Haus versuchten wir, soviel Zeit mit unseren Freunden zu verbringen, wie möglich und auch die Stadt etwas zu erkunden. Doch die enorme Hitze ließ eher nur kurze Ausflüge zu und häufig war der Strand oder schattige Spielplätze der angenehmste Ort, um die drei Wochen zu verbringen. Die waren dann irgendwie auch schneller vorbei als gedacht und wir machten uns wieder bereit für eine weitere Etappe auf unserer großen Australienreise. Wo uns diese hinführte, erfahrt ihr im kommenden Bericht.

 

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